Regen. Mal wieder. Meine Klamotten sind nass, aber nur außen. Die NVA-Plane hält noch dicht. Praktisches Teil, sone olle Plane, taugt als Zelt, taugt als Poncho, taugt zum Eingraben oder als für weiß der Fuchs was.

 

Ich bin schon ein paar Tage unterwegs, Stadt, Wald, dann wieder Stadt. Alles ziemlich tot und verlassen hier. Wenn ich mal einen Menschen sehe, dann sieht er mich nicht. Würde auch nichts nützen, man könnte nicht mal grüßen, ich versteh nämlich kein Wort.  Ich brauch‘ ’n Nachtlager, ’ne Möglichkeit mal ein paar Stunden ein Feuer zu machen, ohne das mich gleich Hinz und Kunz (Oder Yurek und Dimitri, um bei der Landessprache zu bleiben) meilenweit sehen. Man will ja seine Ruhe haben.

 

Ein paar Kilometer weiter hat es aufgehört zu regnen. Scheiß

Wetter, alles ist ständig nass. Und windig ist es auch.

Mai haben wir, anfühlen tuts sich wie Oktober. Ich fluche innerlich

und suche nach Nadelbäumen. Deren Holz brennt nämlich auch

wenn es geölt hat wie nix anderes. Da ich in ’ner Gegend mit

Mischwald bin, werd‘ ich auch fix fündig. Zwei Arme voll Holz,

geschnitten mit der Klappsäge, das dürfte für was zu Essen

und n Tee reichen. Aber erstma‘ noch n Lagerplatz finden.

 

‚N Kilometer später bin ich dann auch angekommen.

Sowas wie ’n alter Stall an ner Lichtung. Die Butze lass ich

außer acht, das Ding scheint sowieso gleich einzustürzen.

Aber die Lichtung is‘ gut. NVA-Plane fix als Unterkunft

aufgebaut, „Lean-To“ würden das die Amis nennen.

Jetzt noch Feuer machen. Ganz unten eine Schicht

dickes Holz, das kann ruhig auch nass sein. Darüber die

gespaltenen Holzteile (stabiles Messer sei dank) immer

im Wechsel stapeln, mitm Messerchen noch fix paar

Feathersticks krönen und ab geht die Post. Fichtenholz kann

man ohne Zunder anzünden, wenn man harzreiches Holz nimmt

und dieses fein anschnitzt. Das Feuer brennt von oben nach unten.

Mir wird wärmer. Schlafsachen auspacken: Penntüte (Schlafsack),

Waldpariser (Biwaksack) und Luxusmatte (Isomatte). Gute

Kombo, einfach und wirksam. Nächtens.

 

 

Erstens (oder „Regen nervt“)

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