Pfeile oder Bolzen.
Kennst du?
Brauchst du!
Aber woher bekommt man die Dinger ohne den Einzelhändler des Vertrauens?
Selbst ist der Mann/die Frau. Aber was benötigt man dafür und wie stellt man das an?

Das Material

Zuerst einmal brauchst du logischerweise die Materialien. Das sind:
– Schaft(in unserem Fall Alurohr mit 100cm Länge und 8mm Durchmesser)
– Pfeilspitze
– Federn
– Inserts
– Nocke
Und da du das nicht einfach nur auf eine Werkbank wirfst und sich alles von selbst verbindet, benötigst du auch noch Werkzeug:
– Befiederungsgerät
– Befiederungskleber
– Epoxidharz
– Bohrer
– Metallsäge
Pfeilspitzen, Nocke und Federn bekommst du entweder im Fachgeschäft oder auf Amazonien.
Solltest du allerdings ein richtiger Sparfuchs sein, kannst du bei der Befiederung sogar noch ein paar Euronen sparen. Entweder selbst aus flachem Plastik schneiden, oder Kunstfedern aus dem Bastelladen holen und den Kiel entlang teilen.
Wenn du das alles hast, kann es eigentlich schon losgehen.

Die richtige Länge

Damit du nicht kleine Speere in die Armbrust oder den Bogen legst solltest du die Rohre kürzen.
In unserem Fall hieß das von 100cm auf 80cm runterkürzen. Der Vorteil hierbei ist, das die kurzen Stücken superduper Armbrustbolzen abgeben. Doppelbonus quasi.
Natürlich kommt das alles darauf an, was für einen Bogen/eine Armbrust du überhaupt verwendest, denn die Auszugslänge kann logischerweise variieren. Mit anderen Worten:
Leg das Rohr an und schau um wieviel du kürzen musst. Verlängern geht halt nicht.

Die richtige Öffnung

Nun ist aber der Innendurchmesser von dem Rohr nicht unbedingt der Richtige um da direkt den Nock und das Insert reinzubekommen. Hierfür benötigen wir den Bohrer. Wir mussten von 6mm Innendurchmesser auf 6,2mm erweitern, was sowohl ein gut fixiertes Rohr als auch eine ruhige Hand benötigt, da man sonst mal eben das Rohr kaputt macht. 
Wenn du keinen Bohrer hast und für heutige Verhältnisse unübliche Werkzeuge magst, kannst du das auch mit einer/zwei Reibahlen machen. Du solltest allerdings aus Gründen der Genauigkeit nicht direkt von 6mm auf 6,2mm aushobeln. Sondern in 0,1mm Schritten, also mit zwei Reibahlen.
Nach dem Bohren wird mit dem Insert beidseitig geprüft ob die Bohrung tief genug ist. Denn wenn man jetzt auf der Nockseite nicht tief genug gebohrt hat und fröhlich pfeifent den Nock einführt, wird man feststellen, dass da jetzt ein paar Milimeter vom Stecker rausschauen. Und leider kommt der Nock da freiwillig nicht wieder aus. Was dieser auch tun soll, nur in diesem Fall ist es halt blöd.

Zusammenführung

Nun wo die ganze Vorarbeit erledigt ist, muss das alles nur noch verbunden werden. Hierfür benötigen wir

Nock, Insert, Spitze und Epoxidharz. Das Insert und der Nock werden mit dem Epoxidharz bestrichen und in das Rohr gebracht. Während das Epoxidharz aushärtet sollte der Pfeil nicht bewegt werden, damit die Teile nicht verrutschen. Allerdings sollte dies bei der geringen Menge Epoxidharz nicht allzu lange dauern.
Kommt aber wieder darauf an wie viel du zum verkleben benutzt hast.
Jetzt schraubst du noch die Spitze in das Insert und fertig isses.

Pfeil trifft Federn

Die Verwendung eines Befiederungsgerätes ist nicht zwangsweise notwendig, erleichtert den Vorgang aber 
erheblich, da weder Pfeil noch Befiederung verrutschen können. Zudem ist sichergestellt das die Befiederung gleichmäßig auf dem Schaft angebracht ist, da das Gerät nur drei Positionen hat, in die der Pfeil gedreht werden kann.
Zunächst setzen wir also den Pfeil in das Gerät ein so das der Nock am Gegenstück einrastet. Die Feder wird so in die Klemme gepackt, das die am Pfeil aufliegende Fläche noch ein kleines Stück darüber hinausragt. Ansonsten verkleben wir noch Klemme und Pfeil. Bei gekauften Federn erübrigt sich dieses Problem durch die „integrierte“ Klebefläche. Als nächstes versichern wir uns, das die Feder richtig am Pfeil anliegt, wofür wir die magnetische Klemme am Gerät anbringen und so lange mit etwaigen Schrauben justieren bis alles stimmt.
Die Klemme nehmen wir jetzt wieder vom Gerät und tragen den Kleber auf die Klebefläche auf. Dies sollte gleichmäßig und nicht zu großzügig sein, da wir ja keinen Kleber haben wollen der unter dem Pfeil herausgedrückt wird. Wenn der Kleber getrocknet ist wird die Klemme entfernt und der Pfeil mit dem Gerät eine Einstellung weiter gedreht. Diesen Vorgang noch zwei Mal wiederholen und schon ist der Pfeil befiedert.
Befiedern ohne Gerät
Ist etwas schwieriger, da man eine ruhige Hand benötigt.
Hier beginnen wir damit den Schaft für eine Feder zu markieren. Am besten einen Winkel ans hintere Ende
halten und so die Markierung setzen. So kann man mit ziemlicher Gewissheit sagen, das die Markierung gerade ist.
Macht sich logischerweise noch besser wenn der Nock noch nicht eingesetzt ist.
Nun den Vorgang so wiederholen das die anderen Markierungen in gleichmäßigen Abstand und ebenfalls gerade gemacht sind. Das anreißen ist wichtig, da du ansonsten ganz schnell schiefe Federn auf dem Pfeil hast, was den Flugeigenschaften nicht grade zuträglich ist.
Nun noch die Federn auf den Schaft kleben und ein ruhiges Händchen beweisen.
Am besten erst jetzt den Nock einsetzen um zu verhindern, das man durch einen dummen Fehler eine Feder so setzt, das der Griff beim Schuss mitgenommen wird.
Wichtig
Selbst bei vorsichtigem Auftragen des Klebers kann es immer passieren, das etwas unter der Feder hervorquillt. Deswegen den Pfeil nach dem Kleben mit Lösungsmittel reinigen. Einen Lappen mit Aceton oder ähnlichem über den Schaft reiben.
Das macht man am besten an einem gut gelüfteten/großen Ort. Denn Lösungsmittel haben Dämpfe mit lustigen Eigenschaften.

Die Vorteile

Selbst gemachte Pfeile sind aus mehreren Gründen von Vorteil. Wenn man, aus welchen Gründen auch immer, keine Pfeile kaufen kann, ist man dennoch versorgt. Man muss halt nur genug Materialien zur Hand haben.
Zudem kann man den Pfeil so schwer/leicht, lang/kurz gestalten wie man ihn braucht. Das ist ein immenser Vorteil, denn bei selbst hergestellten Pfeilen kannst du so garantieren das die Pfeile, egal aus welchem Material,  identische Flugeigenschaften haben.
Zudem macht man noch was für sein handwerkliches Geschick, was immer ein Vorteil ist.
DIY Pfeil

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