Da wir Menschen doch schon etwas bequem sind, mögen wir warmes Wasser.
Aber wie bekommt man ohne Strom oder Gas warmes Wasser?
Viele würden jetzt ein Feuer vorschlagen, was auch gut ist. Aber wenn jetzt einfach nur mal die Versorgung unterbrochen wird, muss man ja nicht gleich nen Feuer in Balkonien starten. Raucht ganz schön und nervt die Nachbarn.

Was also tun?

Werde Kapitän Solar! Die Sonne ist halt nicht nur zur Stromgewinnung geeignet, sondern auch um Wasser zu erhitzen. Wie effektiv das ist, sieht man am Ökosystem der Erde. Wenn die Sonne kein Wasser verdampfen
würde, gäbe es kein Regen. Und wir haben ja die letzten zwei Monate gesehen was fehlender Regen bewirkt.
Dazu kann man mehrere Systeme verwenden, die je nach benötigter Menge Wasser unterschiedlich effektiv sind:
– Campingdusche(schwarzer Sack zum in die Sonne hängen)
– Wassercontainer
– Thermosiphonanlage
Gerade die Thermosiphonanlage klingt erstmal nach chinesisch Rückwärts, ist aber alles mit einfachen handwerklichen Fähigkeiten und etwas Material zu realisieren.

Die Solardusche/Wassercontainer

Fangen wir erstmal einfach an. Sowohl die Solardusche als auch der Container funktionieren damit das sich schwarze Oberfläschen fiel stärker erwärmen als vergleichbare Oberflächen in anderen Farben. Grund dafür ist, das die schwarze Oberfläschen ein viel größeres Spektrum des Lichts absorbiert als andersfarbige.
Und da Licht im Endeffeckt nur Energie in leuchtender Verpackung ist, bedeutet mehr aufgenommenes Licht=mehr aufgenommene Energie.
Mit anderen Worten: Hänge dir einen schwarzen Sack der mit Wasser gefüllt ist in die Sonne, oder stell dir nen schwarzen Container in die Sonne. Das kann zwar ne Weile dauern, da die Wärme sich erstmal auf das Wasser verteilen muss und diese gleichzeitig auch noch an die Umgebungsluft abgegeben wird.
Logischwerweise bedeutet das, das je weniger Wasser drin ist, destso schneller geht es.

Thermosiphon

Der Thermosiphon bedient sich neben der energiereichen Sonnenstrahlung eines einfachen physikalischen Prinzips. Nämlich: je wärmer ein Stoff ist, destso weniger dicht ist dieser.
Mit anderen Worten, warmes Zeug wird sich immer oberhalb von kaltem Zeug aufhalten.
Und so ist eigentlich klar was wir machen wollen:
Wir bauen ein Rohrsystem, das die Hitze gut an das Wasser abgibt und aufgrund der viel höheren Fläche das Wasser sehr viel schneller erhitzt als es bei den anderen Methoden der Fall ist.
Was wir benötigen
Die Materialliste ist relativ kurz und je nachdem wie groß du die Wand bauen willst, verändert sich die Quantität der Materialien. Du brauchst
– zwei Behältnisse(eines am besten isoliert)
– schwarzes PVC-Rohr
– Verbindungsrohrstücken(U-Form und ein einzelnes T-Stück)
– Dichtungsmaterial
– Holzleisten(für den Rahmen)
– Winkel und Schrauben
Es muss kein isoliertes Gefäß dabei sein, dann verliert man aber viel Wärme und man hat kein warmes Wasser mehr sobald die Sonnen nicht mehr scheint.
Die Rohre
Je nachdem wie groß du die Geschichte haben möchtest fügst du
dementsprechend viele Rohre mit den U-Stücken zusammen. Vergiss nicht die Sache dabei auch noch abzudichten, ansonsten ist der Wasserschaden vorprogrammiert. Wenn du das richtig gemacht hast, liegen die Rohre jetzt in einem Zickzackmuster vor dir.
was relativ wichtig ist, ist das der Einfluss später unten und der Ausfluss oben sein wird, damit der Thermosiphon auch ordentlich funktioniert.
Der Rahmen
Dieser sollte logischwerise so groß sein, das du die Menge an Rohren die du haben möchtest daran
befestigen kannst. Du solltest auch auf keinen Fall vergessen das ganze ordentlich stabil zu bauen,
da das Wasser in den Rohren auch Eigengewicht hat und es ist eher nicht wünschenswert, das dir die
Konstruktion hinfliegt und dir die Bude unter Wasser setzt. Nimm an den Ecken lieber zwei Winkel
zum verbinden, denn doppelt hält ja bekanntlicherweise besser.
Was das ganze stabiler macht und die Effizienz erhöht, ist wenn du auch noch stützen anbringst, dass
das ganze System schräg steht.  Denn die Sonnenstrahlen treffen nicht senkrecht sondern schräg auf die
Erde. Deswegen zieht man Wein an Berghängen und stellt normale Solarzellen ebenfalls schräg auf.
Die Zusammenführung
Da du den Rahmen mit den Maßen des fertigen Rohrsystems gebaut hast, kannst du das ganze einfach 
ineinander legen. Jetzt gilt es das ganze fest miteinander zu verbinden. Und das machst du am besten mit Rohrschellen oder Kappbügeln. Am besten überall da wo Rohre und U-Stücken an dem Holzrahmen anliegen.
Das ganze muss Bombenfest sitzen um eventuelle Unfälle zu vermeiden.
Die Behälter
Du benötigst zwei unterschiedliche Behälter. Beide sollten einen Auslass besitzen, der mit deinem Rohrmaß zusammenpasst(ansonsten musst du das ganze halt irgendwie Verbinden). Der Behälter für das Kaltwasser muss sonst nur eine Öffnung zum nachfüllen besitzen. Für leichteres nachfüllen ist es auch gut eine sehr weite Schrauböffnung zu haben.
Der Warmwasserbehälter sollte, wie bereits erwähnt) isoliert sein. Dies kann man improvisiert du diese silber-
goldenen Rettungsdecken erreichen, oder man kauft sich gleich einen isolierten Behälter. Weitere Besonderheit ist, das wir hier drei Ein/Ausflüsse benötigen, damit wir einmal das warme Wasser aus dem System bekommen, einen um das kühlere Wasser wieder ins System zu bekommen und einen um das Warmwasser abzuzapfen. Und am besten noch eine große Öffnung mit Schraubverschluss für erstmaliges befüllen.
Den Kreislauf schließen
Nun bringst du das T-Stück an dem Einlauf an und verbindest dieses an der zweiten Öffnung mit dem Ausfluss am Kaltwasserbehälter. Am Ausfluss bringst du den Warmwasserbehälter an und verbindest den unteren Ausgang mit einem weiteren Rohr an der letzten Öffnung des T-Stücks. An dem letzten Ausgang kannst du jetzt einen Wasserhahn anbringen oder ein weiteres Rohr benutzen um das Wasser zum Zielpunkt zu bringen. Wie das dann Aussehen sollte siehst du wieder auf der Zeichnung rechts.
Inbetriebnahme
Zum befüllen solltest du den Kaltwasserbehälter zunächst einmal abdichten, da dieser unterhalb des Warmwasserbehälters liegt und bei dem Vorgang das Rohrsystem zu füllen das Wasser den Kaltwasserbehälter füllen und zum Überlaufen bringen würde. Wenn die Luft dort allerdings nicht entweichen kann(wegen der Abdichtung) kann das Wasser da auch nicht hin.
Die Luft entweicht dem Rohrsystem nach oben und das System wird geflutet. Jetzt lässt man die Magie walten und hat warmes Wasser. Also nicht sofort, aber bald.
Thermosiphon aka Warmwasserwand

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