Viele die sich mit Prepping auseinandersetzen wollen, haben nicht viel Platz.
Die meisten leben in Wohnungen, oft mit Familie. In einigen Fällen ist es sogar so, das der Prepper
oder die Prepperine missverstanden wird, das Prepping selbst von Familienmitgliedern mit Kopfschütteln
belächelt wird. Passiert ja nix, wir leben ja in einem sicheren Staat. Und wenn, dann kann man ja
Feuerwehr/Notarzt/Polizei holen, die kümmern sich schon – nicht. Denn entweder kommen sie zu spät oder
tun nichts. Aber was tun, wenn man ohne viel Platz und ohne die Hilfe der anderen Prepping betreibt?

Die Wohnung als Basis

Bevor man mit allem anfängt, fängt man damit an für Sicherheit zu sorgen. Das ist bei Wohnungen relativ
schnell erledigt: Türen und Fenster können mit entsprechenden Vorrichtungen gesichert werden. Im Zweifelsfall (grade bei Paterre- oder Erdgeschosswohnungen) mit dem Vermieter reden, ob die Anbringung von Rollläden oder anderen zusätzlichen Sicherungsvorrichtungen vorgenommen werden darf. Falls sich der Vermieter quer stellt, kann man immer noch von innen mit selbstgebauten Riegeln und Sperren sichern. Schon das Verkeilen der Eingangstür, in Verbindung mit einer Kette und einem ordentlichen Schloss hilft eine Menge. Es geht dabei jetzt nicht darum den Einbruchsschutz zu erhöhen, wenn man nicht da ist, sondern sich vor Fremdzugriffen zu sichern, sollte mal jemand versuchen einem ans Leder zu wollen. Holzkeile, ein Stück Flachstahl und zwei Winkel die man links und rechts der Tür anbringt, Nagelbretter die man in den Flur schmeißt (besonders sexy mit reingedremelten Widerhaken)….
Der Möglichkeiten gibt es viele.

Das Lager in der Wohnung

Platz ist ein echtes Problem. Vor allem wenn man als drei- oder vierköpfige Familie in einer Wohnung lebt.
Die Kinder sollten von euren Vorbereitungen nicht so viel mitkriegen, die müssen das auch nicht wissen. Kinder erzählen nämlich gerne. Lagere Wasser, indem du dir regelmäßig die 5l-Kanister holst die man so kaufen kann.
Dazu besorgst du dir noch einen kleinen Filter und Wasserreinigungstabletten. Die schließt du dann weg.
Als Lagerraum kann man ein Regal in der Küche einrichten, günstige stabile Kunststoffregale gibt es im Baumarkt. Diese können zusammengesteckt und bis zur Decke hoch gestapelt werden. Mit zusätzlichen Verankerungen in der Wand und einem netten Vorhang ist sowas ein ganz normales Vorratsregal das sowieso jeder haben sollte. Wasserkanister in die unteren zwei Fächer rein und gut ist.

Zusätzlicher Stauraum in der Wohnung

Bettkästen, Kleiderschränke, Schubladen in Schreibtischen. Nehmt euch mal ein Wochenende Zeit und mistet die Bude aus. Euch wird schnell auffallen, wie viel Unsinn, ungetragene Klamotten und Müll sich angesammelt hat. Das ist ganz normal aber es nimmt Platz weg. Anstatt eure Ausrüstung an einem Punkt lagern zu wollen, verteilt ihr einfach (bis auf die BOB’s) in der Wohnung, da wo es sinnvoll ist. Verzichtet darauf einen Baseballschläger in den Flur zu stellen, nehmt da lieber eine Taschenlampe hin. Generell sollte das Augenmerk nicht auf Bewaffnung sondern auf Versorgung liegen. Waffen als solche sind nur bedingt nützlich. Ein Hammer kann allerdings nebst Nägeln auch Köpfe einschlagen.

Das Wohnzimmer

Hier sollte am wenigsten Zeugs rumliegen das auffällt, da man hier auch den Besuch rumflitzen hat. Feuerzeuge, Teelichter, Nähzeug, Taschenlampe, Feuerzeugbenzin und dergleichen fallen im Schrank nicht weiter auf. Eine taktikule Kobutantaschenlampe auf dem Regal schon. Decken können in Unterkästen gebunkert werden, Echtwolldecken sind beste Wahl. Erste-Hilfe-Utensilien können auch im Schrank oder im Tischfach stehen. Und natürlich Spiele und Bücher zur Beschäftigung und Unterhaltung, sollte man mal längere Zeit nicht die Wohnung verlassen können.

Das Schlafzimmer

Im Nachtschrank kann man problemlos eine ordentliche Taschenlampe, ein Ersatzhandy mit vollem Akku, sein EDC, Abwehrgeräte und auch Übungsgeräte (z.B. Kettlebell, Sandbag) lagern. In irgendeine Ecke kommen die BOB’s („Wir gehen oft wandern“).
Hat man noch Platz in einer dunklen Ecke, lassen sich auch dort noch Wasserkanister hinstellen. Schlafzimmer sind gut, wenn man Sachen in der Wohnung hat, die den Besuch nichts weiter angehen. Bettkästen sind hervorragende Lagerplätze für alles mögliche Zeugs. Hast du also woanders keinen Platz, nimm den Bettkasten.

Die Küche

Wasserkanister, Lebensmittel (z.B. Konserven, Hülsenfrüchte), Kochutensilien (zusätzlicher Gaskocher mit Kartuschen, Wasserfilter), Werkzeuge. Grade Werkzeuge sollten mit in der Küche gelagert werden, du wirst sie früher oder später sowieso brauchen. Was und wie du an Werkzeug haben solltest haben wir ja schon mal erläutert. Im Unterschrank von der Spüle hat nicht nur Putzmittel seinen Platz. Sollte die Küche das hergeben kannst du dort auch eine kleine Werkbank einrichten. Handwerkliche Fähigkeiten erlernst du durch Versuch und Fehler.

Das Badezimmer

Hier sollte auf jeden Fall ein Rot-Kreuz-Kasten an der Wand hängen. Zudem solltest du unabhängig von deinem Geschlecht immer Tampons, Kernseife, Desinfektionsmittel und eine gute Bürste nebst Haushaltshandschuhen dort haben. Sollte mal jemand mit Pfeffer abgeduscht werden, kannst du ihm damit am ehesten helfen. Oder dir selbst. Für Tampons gibt es zig verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, das auszuführen wäre beinahe ein eigener Beitrag. Auch eine Flasche destilliertes Wasser tut nicht weh. Das Badezimmer ist außerdem fast immer der sicherste Punkt in deiner Wohnung. Stell dir einfach vor du müsstest dort eindringen und jemand steht dort und ist mit einem Küchenmesser bewaffnet. Genau das erwartet nämlich einen potenziellen Eindringling, wenn du dich bei Ärger dorthin verkrümelst.

Das Kinderzimmer

Kinderzimmer sind Kinderzimmer. Insofern deine Kinder nicht alt genug sind und sich für das Thema interessieren, brauchst du hier nicht viel tun. Unter Umständen macht ein kleiner Trekkingrucksack mit Wasserflasche und Wechselkleidung Sinn, ansonsten lass den Kindern ihren Raum. Auch das Interesse von Kindern am Preppen sollte nicht auf Zwang angefacht werden. Entweder sie wollen wissen warum Mama mit dem Bogen im Garten steht oder eben nicht.

Abwägen und richtig einlagern

Guck was du lagerst. Und zwar richtig. Verzichte auf Schwachsinn wie Trekkingnahrung oder komplette Fertiggerichte. Trekkingnahrung ist zu teuer und eigentlich das, was man auch so im Laden kriegt (Mountainhouse ist wie Knorr Spaghetteria). Komplette Fertiggerichte hängen einem irgendwann zum Hals raus, mal von den kaum vorhandenen Nährstoffen abgesehen. Allerdings kann man Dosensuppen und Eintöpfe auch als Grundlage für mehr verwenden, sie sind leicht durch gefriergetrocknetes Gemüse und Trockenfleisch aufwertbar. Eipulver, Mehl, Reis, Milchpulver, Hülsenfrüchte und Co. lassen sich lange lagern ohne schlecht zu werden. Wenn du die Wahl zwischen Nutella und Erdnussbutter hast, nimm die
Erdnussbutter. Guck auf die Nährwertangaben, dann verstehst du warum. Erdnüsse sind generell geiles Zeug. Mach dir eine Liste von dem, was ihr gerne esst und sieh dann, das ihr davon immer mal bisschen holt, was sich lange hält.
Nährwertangaben einer Spaghetteria und einer Mountain House
Die Wohnung – Preppen auf engem Raum

Comments

comments

Das könnte dir auch gefallen