Den Scheiß möglichst kompakt und gut erreichbar transportieren. Diese Zielführung haben Tragesysteme. Aber welches Tragesystem ist eigentlich am besten und wieso sollte man dieses deswegen nicht unbedingt verwenden?

Tragesysteme

Wir stellen euch heute drei dieser Tragesysteme vor die sich sowohl bewährt als auch gegenseitig abgelöst haben. Diese sind:

  • ALICE-System
  • IIF-System
  • MOLLE-System

Alle drei Systeme wurden vom US-Militär entwickelt um den Soldaten möglichst vielseitig auszurüsten ohne dabei viele uterschiedliche Ausrüstungen zur Verfügung stellen müssen. Denn auf der Höhe des kalten Krieges wurde klar, das man mit der schneller werdenden Kriegsührung den Soldaten eine Möglichkeit bieten muss um genauso variabel zu sein wie die Schlachtfelder.

ALICE-System

Das ALICE, kurz für All-Purpose Lightweight Individual Carrying Equipment(zu Deutsch: universelle, leichte, individuelle,  Trageausrüstung) wurde während des Vietnamkrieges entwickelt und ab 1973 als Standardausrüstung ausgegeben. Das System ist denkbar einfach mit einem hosenträgerähnlichen Gurtzeug, einem Gürtel und mehreren Taschen oder Werkzeugträgern, die je nach zu erfüllendem Ziel beliebig zusammengestellt werden können. So sollte verhindert werden, das der einfache Soldat mit Ausrüstung durch die Gegend rennt, die er nicht gebrauchen konnte und so vielleicht an anderer Stelle fehlen würde. Die einzelnen Taschen/Ausrünstungsgegenstände können über Schnallen und Haken an dem Tragesystem befestigt werden. Zudem kann man den bekannten ALICE-Frame, ein Rucksackgestell aus Aluminium mit dazugehörigem Beutel, problemlos daran befestigen. Dieser hatte sich zuvor im Zermürbungskrieg in Vietnam als zu einseitig erwiesen, da der ALICE-Frame ursprünglich für einen Krieg im Norden Europas entwickelt wurde und den Umständen nicht wirklich gerecht wurde.
So war das erste modulare Ausrüstungssystem mit Blick auf die unterschiedlichen Situationen eines Krieges geschaffen.

IIF-System

Das IIF-System, kurz für Individual Integrated Fighting System(zu Deutsch: Individuell Integriertes Kampfsystem) ist der direkte Nachfolger des ALICE-Systems, das obsolete Teile entfernte und die Möglichkeit für mehr Trageoptionen bot. So wurden die Schlaufen und Haken im Schulterbereich größtenteils entfernt und durch ein Westenartiges Gebilde am Bauch ersetzt, welches den für Ausrüstung zur Verfügung stehenden Bereich stark erhöhte. Durch die Verbreiterungen des Materials im Bauchbereich und eine zusätzliches Material im Rücken verbesserte man zusätzlich den Tragekomfort im Gegensatz zum ALICE-System. Ebenfalls eine Verbesserung kam in Form des dazugehörigen Rucksackes, der im Gegensatz zu den Rahmen mit Nylonsack des ALICE-System aus einem Field Pack mit innen liegendem Rahmen besteht. Dies verbesserte die Gewichtsverteilung und dadurch den Tragekomfort, sowie die Bewegungsfreiheit des Trägers. Es war ebenfall möglich je nach Situation größere Mengen Versorgungsgüter(Lebensmittel, allgemeine Notwendigkeiten) in Taschen, oder mehr Munition oder Werkzeug an dem System zu transportieren. Hierbei ist das IIFS rückwärtig mit vielen Modulen des ALICE-Systems kompatibel.

MOLLE-System

Das MOLLE, kurz für Modular Lightweight Load-carrying Equipment(zu Deutsch: Modulare leichtgewichtige Trageausrüstung) ist heutzutage jedem ein Begriff, denn es ist sowohl die aktuelle Standardausrüstung des US-Militärs als auch das effektivste Tragesystem das derzeit auf dem Markt ist. Tragegestelle werden hierbei obsolet, da die Befestigung über an dem Rucksack/der Kleidung angebrachte Nylonstreifen erfolgt. So kann über das sogenannte PAL-System(Pouch Attechement Ladder System/ leiterförmiges Taschenbefestigungsystem) an der zu befestigenden Ausrüstung(etwa Taschen, Waffen, Munition o.Ä.) beides sicher miteinander verbunden werden.
Die Nylonstreifen des MOLLE-Systems sind horizontal und die des PAL-Systems vertikal angebracht, wodurch beides miteinander „verflochten“ wird und so sicher hält. So kann man sich unendlich viele Taschen und Ausrüstungsgegenstände miteinander verbinden. Das macht es sehr leicht aus mehreren kleinen Taschen einen BOB zusammenzustellen, der auf einen persönlich perfekt abgestimmt ist und nicht mehr Platz verbraucht als tatsächlich notwendig ist. Wenn man es allerdings übertreibt endet man mit einem wild schwingenden Touwahbo aus Taschen und Kleinscheiß der bei jedem Schritt durch die Gegend eiert und schlussendlich ins eigene Verderben führt. Was dem MOLLE-System ebenfalls sehr zugute kommt ist die anderweitige Vielseitigkeit. So können die MOLLE-Bänder auch dazu verwendet werden um auch Dinge zu befestigen die über kein PALS verfügen. Die Möglichkeiten sind quasi endlos. Eine Messerscheide mit Clip passt super ran und ermöglicht es so, an jeder gewünschten Position sein Messer zu tragen. Egal ob hochtaktisch kopfüber an der Weste, oder für die Nacht griffbereit und nicht störend befestigt. Aber auch einfache Schnur kommt weit. Denn wenn man Schlaufen hat, kann man auch etwas dranknoten. Egal ob Köcher oder Werkzeug, alles wird so sicher am Rucksack befestig ohne das es abhauen kann.

Was ist das Beste für die Krise?

Das kommt ganz darauf an wie geil man darauf ist zu sterben. Aber Spaß beiseite. Wenn jemand mit nem MOLLE-Rucksack durch die Gegend rennt, wird wohl niemand einen genaueren Blick drauf werfen. Sollte aber dazu noch ne Weste, Beinhalterungen, Helmsysteme usw. kommen, dann schaut das echt militärisch aus. Und wenn Notstände ausbrechen, dann zählt jeder der militärisch ausschaut als Milizionär. Und Milizen und Militärs zählen nicht als Zivilisten. Wo dem Zivilisten geholfen wird, wird auf dem Milizionär im schlimmsten Fall geschossen, da davon ausgegangen werden muss, das der böses anstellen will. Also obwohl es praktisch ist und toll aussieht ist im Fall Molle weniger mehr. Nichtsdestsotrotz liefert das MOLLE-System den Vorteil der ungemeinen Vielseitigkeit, die eine Ausrüstung ermöglicht, welche genau den Anforderungen entspricht für die sie gedacht ist. Ohne sperrige Riesenrucksäcke wenn man diese nicht braucht.
Das IIFS schaut, aufgrund der Westenform unzweifelhaft nach Militär aus und ist daher nicht zu empfehlen. Allerdings ist die Verteilung der Ausrüstung am Oberkörper in bequemer Griffweite ein riesiger Vorteil und macht es so wie das MOLLE-System möglich, viel Ausrüstung aus einem sperrigen Rucksack auf den Körper zu verteile, was einem das Laufen und sonstige Bewegungen erleichtert. Zudem , wenn einem ein Modul des ALICE-Systems über den Weg läuft, kann man dieses ohne Probleme in das IIFS integrieren.
Das ALICE-System hingegen schaut auf den ersten Blick aus wie ein stinknormales Rucksackgestell und macht daher den „zivilsten“ Eindruck. Am Gürtel kann man Ausrüstung und/oder einen abgespeckten BOB transportieren.
Der ungemeine Nachteil des ALICE-Systems ist das es verdammt unbequem sein soll und deswegen im US-Militär auch eher gespaltene Resonanzen hervorgebracht haben soll.
Fazit: MOLLE in Maßen ist ebenso eine gute Idee wie das ALICE-System, nur bequemer und individueller.

Schwachfug mit MOLLE

Seitdem MOLLE den Markt erobert hat sind schon allerhand Kuriositäten entstanden. So wird an alles MOLLE rangeklatscht, was nicht niet- und nagelfest ist.
Schuhe, Helme, Messer, Pistolenholster und wahrscheinlich sogar Möbel. Hierbei stellt sich einem doch die Frage was der Künstler damit sagen wollte. Ersatzmagazine am Pistolenholster sind irgendwie blöd, denn wieso sollte man für sein Ersatzmagazin am ganzen Körper vorbeigreifen oder womöglich sogar noch die führende Hand wechseln. Das ist für Ernstfälle ein wunderbares Rezept für Desaster. Und Tod.Wozu soll man Verwendung für MOLLE an Messerscheiden haben? Um den Feuerstahl dranzuspaxen? Das geht auch mit Schnur oder nem Fahrradschlauch und ist bei weitem nicht so kompliziert wie ein frimelieges MOLLE-System. Molle ergibt an Taschen und Westen Sinn. So wurde es konzipiert und so ist es effektiv.
Denn nur weil ein militärisches System irgendwo drangeklatscht ist, wird das noch lange nicht taktisch.

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