Wenn man auf dem Dorf, in der Vorstadt oder einer Kleinstadt lebt, dann geht das alles noch. Man hat Möglichkeiten. Aber wie siehts aus, wenn man im Stadtinneren von Berlin oder Hamburg lebt? Eine Wohnung bietet nicht viel Platz, das haben wir ja schon mal angesprochen. Macht es also überhaupt Sinn und ist es möglich in vernünftigem Rahmen zu Preppen wenn man in der Innenstadt lebt?

Die Stadt – ein Lebewesen

Große Städte sind wie große Lebewesen: Sie benötigen Unmengen an Ressourcen. Elektrische Energie, Wärme, Wasser. Und sie sind nicht in der Lage diese Ressourcen selbst zu stellen. Sollte also mal der Zapfen gezogen sein und die Lichter gehen aus, dann sind die Hosen unten. Dazu kommen dann viele Menschen auf relativ kleinem Raum. Das führt zwangsweise zu Konflikten. Ein anderes Problem, nebst der Versorgung, ist die Entsorgung. Wie siehts aus mit dem Müll, Abwasser, Fäkalien? Schlecht, würden wir sagen. Denn wie bei einem großen Lebewesen kommt was raus, weil auch was reingeht. Und darum muss sich gekümmert werden.

Der Einzelne in der Stadt

Ein Einzelne braucht nicht viel. Fünf Liter Wasser am Tag und drei Mahlzeiten, durchschnittlich 10 Blätter

Besser zu viel als zu wenig

Klopapier, Schlafplatz, evtl. Medikamente. Nicht so wild, oder? Wasser wird man schon irgendwo herkriegen. Den Rest hat man ja, man war ja einkaufen. Nix is. Rechne das mal auf zwei Wochen auf, dann wird dir ganz fix ganz anders. Dann brauchst du plötzlich 70 Liter Wasser, 42 Mahlzeiten, 140 Blätter Klopapier, Medikamente für diesen Zeitraum. Schlafplatz bleibt ja nur einer. Rechne dir durch was du brauchst. So viel ist das nicht, aber man sollte sich nicht auf seinen Wocheneinkauf verlassen. Denn bei Stromausfall vergehen viele Nahrungsmittel die sich sonst im Kühlschrank gehalten hätten. Wo wir bei Strom sind: Wie siehts mit Licht und Wärme aus? Gaskocher mit Ersatzkartuschen, Teelichter und Co.
geben dir Licht, gute Kleidung und dicke Decken geben dir Wärme.

Die Familie in der Stadt

Familien haben es schwer. Denn plötzlich braucht man das, was für eine Person reicht, für mindestens drei Personen. Platz wird knapp. Hinzu kommt, das Kinder auch unterhalten werden wollen. Wie kann man das machen? Bücher, Spiele und andere Dinge werden benötigt. Ragnar Benson schlägt in einem seiner Bücher aus der „The Survivor“-Reihe vor, man könne Marionetten selber machen. Mit dem Basteln kann man auch Kinder beschäftigen und im Notfall und an langweiligen Abenden sorgt man damit für Unterhaltung. Kinder können sich ausserdem nicht selbst schützen. Dafür muss also auch gesorgt sein.
Und die ganz Kleinen brauchen noch Windeln, Milchpulver, Flaschen usw. Das wird jetzt richtig viel.

Alte und Kranke in der Stadt

Wir wissen, die Überschrift klingt unfair. Wir scheren hier eiskalt Alte und Kranke über einen Kamm. Mit Absicht. Ein Mensch der zwei gebrochene Beine hat, kann genauso schlecht in den sechsten Stock laufen wie ein 70-jähriger mit Krücken. Was also tun? Nun, ich hoffe du hast gut trainiert. Denn du musst solchen Menschen eventuell helfen, insofern du da einen Fick drauf gibst oder selbst so jemanden in der Familie hast. Nicht nur die medizinische Versorgung muss grundlegend gewährleistet sein, man sollte dem Menschen auch nicht das Gefühl geben er sei eine Last. Und vielleicht kann man sogar noch von dem Wissen alter Menschen in Notzeiten profitieren. Übe dich also in medizinischer Grundversorgung, Wundpflege und Geduld.

Marodeure und andere Gefahren der Stadt

Plünderer sind nicht selten. Wenn es keine Läden mehr gibt, die man leer räumen kann, dann sind oft die Anwohner der jeweiligen Gegend dran. Nicht gut. Stabilisiere deine Tür, halte einen Feuerlöscher bereit (den du sowieso haben solltest), sorge dafür, das du eventuellen Einsteigern so richtig den Tag versauen kannst. Und denk daran, das die mit Verstärkung zurückkommen können. Schließe dich in solchen Fällen, wenn möglich, mit anderen Anwohnern deines Blocks zusammen. Waffen brauchst du großartig nicht. Ein Hammer, Küchenmesser, Gußeisenpfanne und andere haushaltsübliche Gegenstände reichen meist völlig aus. Den Hammer legst du dann abends neben deinen Schlafplatz. Geh nicht raus wenn es nicht nötig ist. Außer du musst los um was zu besorgen.
Sei auch dann sehr vorsichtig, wenn es scheinbar ruhig ist. Und merke: Randalierer sind selten noch einmal da, wo sie schon mal waren. Nutz das aus. Andere Gefahren, wie Großfeuer, sind schwerer zu umgehen. Brennt es in deinem Haus kannst du nur noch versuchen zu flüchten. Am besten zu Fuß, meist sind die Straßen nämlich dicht. Lass dir mal zeigen wie man ein Auto klaut.
Am besten von jemandem, der das schon gemacht hat.

Grundlegende Versorgung – Die Stadt als Ressourcenfresser

Solarpanel für Kleingeräte

Wie oben angesprochen können Städte sich nicht mit dem selbst versorgen, was sie brauchen. Ist also mal Strom, Wasser, Kommunikation o.ä. ausgefallen, kommt es auf dich an. Städte fressen alle möglichen Ressourcen. Genauer gesagt, die Menschen in den Städten tun das. Aber guck erstmal ob du überhaupt auf alle vorherigen Verfügbarkeiten angewiesen bist. Strom brauchst du nur, wenn jemand aus deiner Familie (oder Nahestehende) gesundheitlich drauf angewiesen sind. Und diesen dann in dem Maße zu produzieren, den man für lebenserhaltende Maßnahmen benötigt ist kaum zu schaffen. Krankenhäuser sind mit Notstromgeneratoren ausgestattet. Wenn du einen Balkon hast, kannst du einen guten, leisen Generator ruhig ein bisschen laufen lassen, solltest du Strom brauchen. Ansonsten tuts auch ein Solarpanel mit angeschlossenem Ladegerät bzw. Ladekabeln für deine Geräte. Mach dich von umliegenden Ressourcen so unabhängig wie möglich. Selbes gilt für Wasser und Nahrung. Wenn eine Hilfsorganisation Rationen verteilt, nimm diese ruhig an. Lager sie und nutze sie um deine Vorräte aufzustocken oder für die Beschaffung anderer Dinge. Letzten Endes wollen alle nämlich nur überleben.

Abfälle – Produkte einer Stadt

Ein selbst gebauter Kocher

Was oben reingeht, geht unten raus. Abwasser und Fäkalien werden in Städten normalerweise vom Abwassersystem und der Kanalisation aufgenommen. Die würden aber oft nach kurzer Zeit schon dicht sein, auch hier wird nämlich Strom gebraucht. Also musst du dich selber kümmern. Wenn du einen Balkon hast, kannst du drei Eimer und einen Sack Sägemehl besorgen. Mach dir aus Holz noch einen Deckel für den Eimer. Reinwursten, bisschen Pipi dazu, Sägemehl drauf, Deckel drauf – läuft. Ist der Eimer voll wird er weit weit weggebracht und der Inhalt kann vergraben werden. Nicht die tollste Methode, aber es geht grad nicht anders. Den Eimer nimmst du wieder mit, die anderen beiden sind nur Ersatz. Damit kommt man dann eine Weile hin. Dauert das mit dem Hinkommen länger, brauchst du mehr Sägemehl. Kunststoff, Papier und Blechdosen, sowie Glasbehälter können für verschiedene Dinge verwendet werden. Baue Kocher oder Handlampen  aus den Blechdosen. Papier kann nass gemacht und zu Brenn-Pellets gepresst werden. Aus Plastikflaschen lässt sich Bindematerial machen (wie z.B. hier). Alles andere wird so klein gemacht, wie es geht und erstmal mit auf den Balkon verfrachtet.

Fazit

Es geht. Man kann sinnvoll Prepping betreiben. Bevorratung ist schwierig aber zumindest für zwei Wochen machbar. Müll kann verwendet oder mindestens selbst gepresst gelagert werden. Lebensmittelreste kriegen die Hunde oder kommen in den Eimer. Klo ist auch machbar. Wenn du dich wirklich mal mit dem Thema beschäftigst, kriegst du das auf die Reihe. Für die Medikamente kannst du sicherlich auch mit deinem Arzt reden. Gib dein Bestes und beachte ein paar einfache Regeln, dann kommst du auch mit Familie über schwere Zeiten.

Prepping in der Stadt – möglich oder nicht?

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