Der Hasenstock ist ein gekrümmter Stock von etwa der Stärke eines Handgelenks. Der Stock ist meist aus Hartholz, von flacher Erscheinung und entweder einigermaßen symmetrisch oder hat an einem Ende einen Griff. Die Variante mit Griff ist vor allem in Nordamerika sehr bekannt, wo man solche Wurfhölzer auch in etwas veränderter Variante als Kriegskeulen verwendete. Moderne Varianten werden aus Metall, Lexan, Fiberglas, Kunststoff oder teuren Holzlaminaten gefertigt und haben nur noch sportliche Verwendungszwecke.

Am Anfang war der Knüppel

Die ersten Wurfgeschosse sind Steine und Stöcke gewesen, die von unseren Urahnen auf alles Lebende geworfen wurden, was man später essen konnte. Oder auf den Nachbarn, wenn der mal wieder gierig wurde. Irgendein Genie ist dann auf die Idee gekommen, das man weiter und präziser werfen kann, wenn man übt und der Stock die richtige Form hatte. Also gings ran an den Faustkeil und es wurde Form in die Sache gebracht. Es entstand ein Werkzeug, das sich sowohl zur Jagd, als auch zur Selbstverteidigung eignete, für jeden herstellbar ist und von jedem verwendet werden kann. Ohne Einschränkungen.

Holz für den Hasenstock

Nimm am besten Hartholz, wenn du dir sowas machen willst. Das muss auch nicht stark gekrümmt sein. Wir haben für unser Gerät eine etwa 20 mm dicke Sperrholzplatte aus Birkenholz genommen, den Winkel völlig willkürlich etwas über 90 Grad gewählt und die Außenlänge der „Arme“ bei ca. 40 cm angesetzt. Die Herstellung hat uns, mit anpinseln, etwas über zwei Stunden gekostet, Trockenzeit für die Farbe inklusive. Eine Seite hat leichte Griffmulden gekriegt, die andere wurde vorgeschärft und zugespitzt, was den „Penetrationseffekt“ erhöht. Die Wirkung auf einen Weißkohl ist absolut zerstörerisch.

Knüppel dein Mittag

Du kannst ganz simpel mehrere Wurfhölzer herstellen und diese in einem Köcher mit dir tragen. Sollte eins der Hölzer brechen, nimm einfach das nächste. Üben ist aber angesagt, ähnlich wie Schleudern und Atlatl benötigen auch Wurfhölzer etwas mehr Können in der Anwendung um wirklich kraftvoll und präzise geworfen werden zu können. Hat man den Dreh jedoch raus und die Form seiner Wahl gefunden, ist ein Hasenstock ein wirklich gutes Wurfinstrument. Der Hund freut sich übrigens auch darüber.

Knüppel weltweit

Der Hasenstock ist auf der ganzen Welt bekannt. Wo er zuerst benutzt wurde ist unmöglich festzustellen. Wie bei Bögen, Speeren, Schleudern und vielen anderen Waffen gibt es ihn in vielen Variationen. Vom einfachen Holzknüppel (Überlebenswaffe) bis hin zum verzierten Prunkstück für die Wand ist alles dabei. Es gibt Abbildungen auf ägyptischen Pyramiden von Jägern mit Wurfhölzern die auf Geflügel losgehen. In Australien ist der „Kylie“ bekannt als Boomerang der nicht zurückkommt. Die nordamerikanischen Hopi nannten sowas „Patshkohu“, die Zuni „Macana“ oder „Kleane“. Wir sind uns sicher, das auch in China, Japan, Russland, der Mongolei und anderen Ländern ähnliche Wurfhölzer existierten (und auch heute noch existieren).

Was nutzt dir ein Hasenstock?

Ein Hasenstock kann einfach nur gut dafür sein, dir die Zeit zu vertreiben wenn du in der Krise auf dem Land bist und nichts zu tun hast. Du könntest dir damit in einem Glücksmoment tatsächlich einen Hasen werfen (besser als nix). Oder dir einen Vorteil in einer Auseinandersetzung verschaffen. Das Hasenholz ist einfach herzustellen, jeder kann es verwenden, es unterliegt (soweit wir wissen) keinen rechtlichen Einschränkungen (Besitz), man kann damit einfach so draußen üben und jede Menge Spaß haben. Wenn du dich mit Bögen und Schleudern anfreunden kannst, sollte sowas einfaches wie ein Hasenholz nicht in deinem Repertoire fehlen.

Der Hasenstock – How to Knüppel

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