Du hast ja eine Werkbank. Und die hat Werkzeuge. Mit diesen Werkzeugen solltest du die grundlegenden, stromlosen Bearbeitungsmethoden für Holz und Metall drauf haben. Die Grundlagen der Metallbearbeitung kann man dabei gut lernen.
Denn wer selbst machen kann, ist am Ende im Vorteil. Wir zeigen dir heute die Fähigkeiten, die du drauf haben solltest, um auch längere Zeit Material und Ausrüstungsteile aus diversen Metallen für dich und andere herzustellen.

Welches Metall?

Eher „welche Metalle“. Relevant sind für dich Aluminium, Stahl und eventuell noch Kupfer und Messing. Die Metallteile deiner Ausrüstung werden sehr wahrscheinlich aus Aluminium und Stahl sein. Kupfer und Messing findet man an Destillen, Wasserleitungen, Heizelementen oder an Werkzeugen oder Waffen als Griffteile oder Parierelemente. Sollte so ein Teil also mal den Abflug machen, solltest du in der Lage sein ein passendes Ersatzteil herzustellen insofern du kein fertiges hast.
Manchmal kann es auch hilfreich sein wenn man in der Not in der Lage ist, für anderer Leute Ausrüstung oder Einrichtung Ersatzteile zu bauen. So lässt sich eine Dienstleistung anbieten, die im absoluten Ernstfall sogar für Nahrung und Wasser sorgen kann.

Welches Werkzeug?

Sägen, Feilen, Anreißnadeln, Streichmaße, Winkellehren, Stahlmaßstäbe, Gewindeschneider und und und. Gehst du in den Baumarkt stellst du schnell fest, das sich dein Portmonee schnell leert während deine Werkstatt immer voller wird. Du brauchst das nicht alles. Was du aber auf jeden Fall haben solltest, zumindest für grundlegene Arbeiten, ist:
  •  Satz Feilen (2er Hieb, Rund, Halbrund, Flach)
  •  Bandmaß/Zollstock
  •  Metallsäge, Ersatzsägeblätter
  •  Haarlineal (zum Absehen von planen Oberflächen)
  •  Anschlagwinkel
  •  Anreißnadel
  •  Gewindeschneider (M3-M10)
  •  Gewindebohrer (M3-M10)
  •  Kernbohrer für Gewinde
  •  Schlosserhammer, Schonhammer (aus Hartplastik, Alu oder Gummi), Ballhammer
  •  Körner
  •  Bitsatz (Flach, Kreuz, Torx) mit Halter
  •  Blechschere (für Linien- und Radienschnitte)
  •  Schraubstock (montiert an deiner Werkbank)
  •  Seitenschneider
  •  Handbohrgerät mit Spiralbohrersatz
  •  Maulschlüsselsatz
  •  Satz Zangen (Wasserpumpenzange, Kombizange, Gripzange)
  •  Lötlampe mit Zubehör
  •  Handentgrater (für Bohrlöcher)
Das sieht viel aus. Wenn du mal in den Baumarkt gehst und guckst, wirst du aber feststellen, das die meisten Werkzeuge in einen Koffer passen und so nicht viel Platz wegnehmen.

Welches Metall wie bearbeiten?

Im Grunde genommen kannst du Metalle nur auf drei Arten bearbeiten: Spanend, nicht spanend und verbindend.
Spanende Bearbeitungsmethoden wären: Bohren, Feilen, Sägen usw.. Also alle Tätigkeiten bei denen Material abgenommen wird um die Form deines Werkstückes zu verändern.
Nicht spanende Bearbeitungsmethoden: Biegen, Gießen oder Hämmern. Also alle Tätigkeiten, die kein Material abnehmen und bei deinen dein Werkstück zwar in seiner Form, nicht aber in seiner Masse verändert wird.
Verbindende Bearbeitungsmethoden: Schweißen, Kleben, Löten. Also alle Tätigkeiten, bei denen zwei oder mehr Einzelteile permanent miteinander verbunden werden.
Alu, Stahl, Kupfer, Messing usw. lassen sich alle so bearbeiten. Ausnahmslos. Wichtig ist, das du im Hinterkopf behälst, dass dein Werkzeug sich für das jeweilige Material auch eignet. Das gilt aber für alle Werkstoffe.

Fähigkeiten im Handwerk

Zu den grundlegensten Fähigkeiten gehört: Messen, Anreißen, Sägen, Feilen, Kanten (Biegen), Bohren und Gewinde schneiden. Diese Sachen solltest du in relativ kurzer Zeit lernen können. Es braucht auch nicht viel dazu. Hol dir aus dem Baumarkt einen Meter Flachstange und teile diese in mehrere Stücke. Sagen wir mal 3. Das erste Drittel kannst du zum anreißen, messen und sägen benutzen. Feile zuerst die Seiten des Werkstückes plan und rechtwinklig. Prüfe dein Werkstück mit dem Anschlagwinkel und dem Haarlineal, prüfe auch regelmäßig ob dein Werkstück das von dir gesetzte Maß hat.
Ist dem so, kannst du Stellen für Bohrungen vorbereiten. Reiße dazu von dir festgelegte Maße mit der Anreißnadel, dem Anschlagwinkel und dem Bandmaß/Stahlmaßstab/Zollstock an. Kennzeichne Stellen für Bohrlöcher mit dem Körner. Gebohrt wird dann in mindestens zwei Durchgängen. Da du ein Handbohrgerät benutzt sollte dein Werkstück gut eingespannt sein (wenn es das nicht schon ist), so das du gut Druck ausüben kannst. Und du wirst etwas Zeit brauchen. Im ersten Gang wird vorgebohrt, dazu musst du einen Bohrer mit kleinerem Durchmesser als der spätere Solldurchmesser ist, verwenden.
Tropfen Öl auf die Bohrstelle und los gehts. Ist das geschafft, kannst du aufbohren. Benutzt du die Kernbohrer, kannst du später noch Gewinde in die Löcher bohren. Sei mit dem Gewindeschneider aber besonders sorgfältig und mache dich über die genaue Benutzung selber schlau. Informationen dazu findest du praktisch überall.

Viel Aufwand

Ja. Das ist viel Aufwand. Will man etwas machen, dann muss man es richtig tun. Stets an alles zu denken ist auch nicht einfach. Wir haben bestimmt auch nicht immer an alles gedacht. Das macht aber nichts. Du willst ja was lernen, das geht ohne Fehler nicht. Sollte was schiefgehen, dann hast du immer noch genug Material um noch mal von vorne anzufangen. Lass dir Zeit, deine Werkstücke rennen ja nicht weg. Und später kannst du diese Dinge auf jeden Fall mal brauchen. Zeit ist hierbei auf jeden Fall ein Faktor. Und Ersatzteile. Bohrer und Bits können abbrechen, Sägeblätter nutzen sich ab und die Lötlampe braucht auch Gas. Zum Löten braucht es Lötzinn und Flussmittel. Handschuhe wären auch nicht schlecht. Wird immer mehr, was? Macht nichts. Es lohnt sich. Mittlerweile machen wir viele Teile einfach selber oder können fast alles selber reparieren. Probiere dich aus und sichere dir so die Fähigkeit auch komplexere Werkstücke selber zu fertigen.
Handwerk – Metall

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