Erstmal Deckung suchen. Noch drei Stunden bis Sonnenuntergang. Es ist relativ frisch, ich schätze mal so um die 10 Grad Celsius. Könnt‘ auch weniger sein, bin da bisschen taube Nuss. Meine Stiefel hinterlassen in der feuchten Erde leichte Abdrücke, aber vorwärts kommen geht, es regnet immerhin nicht. Ich brauch was zum lagern, irgendwo muss doch ’ne Stelle sein die dafür geeignet ist. Man kann nicht überall rumliegen, je nachdem wie man sich bettet liegt man nämlich. Und keiner will mit seinem Arsch im Nassen liegen. Gepäck ist nur wenig da, Ausrüstung, Wasser, Futter, Schlafzeugs. Nur der Platz fehlt. Den kann ich ja nicht mitschleppen.

Ein paar hundert Meter weiter ist der Waldrand in Sicht. Nicht gut. Eigentlich wollte ich da bleiben, wo der Pfeffer wächst. Vielleicht wäre tarnen ’ne gute Idee. Aber dann kann ich kein Feuer machen. Muss ich halt mal ohne auskommen, Essen kann ich ja trotzdem und Wasser hab ich noch. Ich finde eine Stelle zwischen zwei Bäumen, an der der Boden gut ist. Flach, keine großen Wurzeln oder Steine, keine „Witwenmacher“ (morsche dicke Äste die dir im Schlaf den Schädel einschlagen weil ’se runterfallen), kein Moos aufm Boden. Platz für Deckung gefunden.

Zuerst wird die Bodenplane ausgelegt, darüber spanne ich ein Tarp. Die Bodenplane ist so ’n Baumarktding 3m x 2m, auf halb gefaltet, doppelt hält nämlich besser. Das Tarp ist eigentlich eine NVA-Zeltplane. Fast schon antik. Aber sie reicht. Zwischen den beiden Bäumen spanne ich eine Schnur, darüber wird das Tarp gelegt, eine Seite länger als die andere. Ich bin nicht groß, deswegen reicht das Tarp, das ist nämlich auch nicht groß. Die längere Seite wird mit zwei Heringen direkt in der Erde befestigt. Die kurze Seite wird durch Schnüre gespannt und im Boden festgemacht. Ebenfalls mit Heringen. Niedrig ist es. Aber es steht und man kann drunter schlafen ohne nass zu werden. Deckung fertig.

Ich rolle meinen Schlafsack aus und stecke ihn in den Biwaksack rein. Der Biwaksack ist eine Baumwollhülle, die mit Imprägniermittel behandelt ist. Hält den Schlafsack sauber und auch fast immer trocken. Der Schlafsack ist so ’n altes Bundeswehrteil. Groß, relativ schwer aber warm und gemütlich. Das Gerödel kommt auf ’ne Isomatte, die hab ich mal billig beim Discounter mitgenommen. Wenn man damit nicht grad im Schnee liegt  reicht die völlig aus.

Das alles liegt jetzt unter dem Tarp. Es beginnt wieder zu nieseln. Schade, dachte eigentlich es bleibt mal trocken. Mittlerweile ist auch die Abenddämmerung eingetreten, der Himmel färbt sich langsam rot, wird dann immer dunkler. Ich liege bereits im Schlafsack, Stiefel und Jacke sind im Rucksack verstaut. jetzt wird geknackt. Morgen wird ein langer Tag, da erreich‘ ich dann mein Reiseziel und brauch‘ nicht mehr unter dem Radar rumgurken. Nächtens.

Volle Deckung !!

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