Der Begriff „Grey Man“ ist in der Prepperszene eigentlich sehr bekannt. Es gibt schon tausend Beiträge dazu, jeder hat was dazu zu sagen und alle wissen eigentlich Bescheid. Wir wollens trotzdem nochmal aufrollen. Wir wollen dir erklären, warum in unserer Gesellschaft Tarnung á la „Grey Man“ sehr wichtig sein kann, auch wenn man nicht grade irgendwo als Kriegsberichterstatter oder freier Journalist unterwegs ist.

Grey Man – Der Begriff

„Grey“ ist englisch und bedeutet „Grau“. Das triffts eigentlich ganz gut. Keine Farbe begegnet uns im Alltag so häufig wie diverse Töne von Grau. Gemeint ist allerdings nicht das Tragen grauer Klamotten (obwohl das durchaus sinnvoll sein kann).
„Grey Man“ bedeutet viel mehr, das man sich optisch und vom Verhalten her in seine Umgebung einfügt, ein Gesicht von vielen oder viel mehr „ein Halm im Kornfeld“ wird. Manchmal trägt man dazu einfach Jogginghose und Pullover, manchmal einen Anzug. Es kommt auf die Umgebung an. Deine Kleidung und dein Verhalten machen also den größten Teil der Tarnung aus. Füge dich ein und sei so unauffällig wie es nur geht.

Grey Man – Warum?

Gute Frage. Weil es manchmal einfach notwendig ist, nicht aufzufallen. Manchmal muss man etwas erledigen, bei dem man am besten von allen möglichen Zeugen vergessen wird. Oder man möchte nicht auffallen, weil man sonst Gefahr läuft sich selbst in die Scheiße zu reiten. Nehmen wir mal an, du müsstest einen Haufen Geld von A nach B transportieren. Da macht sich ein Alukoffer mit Handschelle dran einfach nicht so gut. Aber vielleicht eine Gitarrentasche, mit Gitarre. Geld in die Gitarre rein, Tasche aufsetzen und los gehts. Oder vielleicht willst du auch einen Cache (Link) in einem Wald vergraben, in der Nähe ist ein See mit vielen Anglern. Dann haust du dich in ähnliche Klamotten und fällst nicht wirklich auf. In der Stadt kannst du mittels „Grey Man“-Prinzip einfach so „verschwinden“ indem du Kleidung anziehst, die in ihrer Farbgebung und Art dem Stadtteil entsprechen. „Etwa 170 – 180 cm groß, Jogginghose, Pullover, weiße Turnschuhe“ trifft in Gegenden wie Altona oder Kreuzberg so oft zu, das so eine Beschreibung völlig wertlos ist und man niemandem damit im Gedächtnis bleibt.

Grey Man – Wie

Das ist relativ einfach. Guck dir die Gegend in der du dich bewegst an. Wie sind die Leute dort? Welche Kleidung wird am häufigsten getragen? Wie redet man miteinander? Was ist dort üblich, was nicht? In einem fremden Land kann man sich so schnell in seine Umgebung einfügen und Zuhause ist man einfach der Typ/die Typette von nebenan. Solltest du oft die Örtlichkeiten wechseln, dann bezahle möglichst immer alles bar, mach nichts Auffälliges (wie z.B. lallend durch den Flur zu hopsen) und verwende deinen Namen so wenig wie nur möglich. Und lass nichts zurück, was auf deine Person schließen lässt.

Grey Man – Es ist noch mehr!

„Grey Man“ zu sein heißt aber auch, noch wesentlich mehr zu sein. Du hast ja dein EDC oder deinen Get Home Bag  dabei. Der sollte auch so unauffällig wie möglich sein. Tarnfarbe ist oft eher Leuchtreklame. Militärisch wirkendes Aussehen und Kleidung kann im Ernstfall unnötig Aufmerksamkeit auf dich lenken. So cool das Zeug auch ist, eine einfache Jeanshose tuts halt auch. Grade Klamotten sollten dich in einer Notsituation nicht an deinem Tun hindern, sie sollten stabil sein und Wetter und Gegebenheiten entsprechend gewählt sein. Es gibt Anbieter für spezielle Grey-Man-Kleidung, die u.a. Hosen und Jacken mit extra eingenähten Taschen anbieten. Das kann nützlich sein. Du kannst Kleidung aber auch selber modifizieren, so das sie deinen Anforderungen entspricht. Eine extra Innentasche ist schnell eingenäht, genauso wie man einen Geldgürtel (Gürtel mit innen liegendem Reißverschluss) mit diversen Utensilien bestücken kann. Von außen sieht dann alles ganz normal aus, du bist jedoch voll einsatzfähig.

Grey Man – Auch BOB ist betroffen

Für BOB’s werden häufig Rucksäcke angepriesen, die mit allerlei MOLLE-Schlaufen, Tarnfarben und Zeugs daherkommen. Nicht gut. Klar, man kann einen olivfarbenen großen Rucksack wählen, wenn man selber auf die Farbe steht, aber Mandra-Night-Camo sieht eben wenig zivil aus.
Bleib mit deiner Wahl auf dem Teppich und nimm einfach das, was du für eine normale Trekkingtour auch nehmen würdest. Auch große Reiserucksäcke können unauffällig sein. An einem Flughafen mit Touristen fällst du damit genauso wenig auf, wie in einer U-Bahn in der Berliner Innenstadt. Man darf nur nicht ahnen können, was darin ist. Auch Ausrüstung im BOB muss nicht militärisch aussehen oder gar vom Militär sein.
Der zivile Markt gibt da alles her was man so braucht, ohne das es tarnfarben ist. Und oft sind es langweilige Kleinigkeiten, unscheinbare Nebensachen, die uns den Hintern retten.

Grey Man – Fazit

Unauffällig sein ist die beste Tarnung. Manchmal trägt man dafür einen Kaftan, einen Anzug oder Lederhosen. Und verhält sich entsprechend seiner Umgebung. Dies darf auch nicht gezwungen wirken. Also keine Schauspielerei. Grau muss auch nicht die erste Wahl sein. Manchmal ists auch schreiend Pink.
Ein Grauer Mann zu sein bedeutet, das man weder durch Verhalten noch durch Kleidung aus der Reihe tanzt. Und das ist gut so. Wird man nicht gesehen, kann man nicht angegriffen werden oder seinerseits besser angreifen. Natürlich willst du das nicht. Außer es geht nicht anders. Und dann aber mit allem was geht (Link).
Manchmal darf man auch nicht gesehen werden, weil man einfach weg muss. Und weil es niemanden etwas angeht, wer man ist oder was man im Rucker hat. Du hast wahrscheinlich schon alles dafür zuhaus. Probier dich aus und guck was für dich am besten funktioniert.
City Survival – Grey Man

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