Holzkohle ist toll. Macht sich toll zum Grillen und für den postapokalyptischen Metallurgen super zum Schmelzen und Schmieden von Metallen. Aber in gewissen Situationen gibt es mal eben keinen Supermarkt/Baumarkt um sich Nachschub zu holen.  Also selber köhlern, aber wie? 

Prinzip

Holzkohle ist ein verarbeiteter Brennstoff, der hohe Temperaturen und lange Brenndauer ermöglicht. Durch den Vorgang des Köhlerns wird sämtliche Flüssigkeit und die anderen flüchtigen Stoffe aus dem Holz entfernt, was dessen Struktur verändert und so die Brenneigenschaften verbessert. Ist im Endeffekt Pyrolyse, hat aufgrund der Geschichte aber den eigenen Namen.

Möglichkeiten

Es gibt im Endeffekt zwei Methoden, mit denen man sich Holzkohle zaubern kann. Da hätten wir zum einen die klassische Meilermethode, die solange verwendet wird wie es Holzkohle gibt. Schon im alten Ägypten fand sie Verwendung. Zum anderen gibt es eine „handlichere“ Methode, die mithilfe eines alten Fasses funktioniert. Welche Methode man verwendet liegt an der eigenen Präferenz, Zeit und an zur Verfügung stehendem Platz.

Meilermethode

Der Meilerbau, wie er lange praktiziert wurde, erfordert sehr viel Zeit beim Köhlern und viel Fachkunde. Das wollen wir aber nicht, da davon auszugehen ist, das man weder das eine noch das andere zur Verfügung hat. Also werden wir einfacher. So wird die Zeit auf ungefähr einen Tag verkürzt. Wir brauchen:
  •  Erde
  •  Holz(keine Stämme, eher Äste bis zu einem Durchmesser von von 10cm)
  •  Wasser
  •  Zunder
Es werden keine Stämme verwendet, da damit die Dauer ungemein verlängert werden würde. Und Köhlern ist auch kein unauffälliger Vorgang, da durch die entweichenden Gase kleine Feuer und eine dichte weiße Rauchentwicklung über dem Meiler stattfinden. Deswegen sollte das derzeit mit der Feuerwehr abgesprochen und nach der Apokalypse nur dann gemacht werden wenn man in absoluter Sicherheit ist und keine marodierenden Banden am Arsch hat.
Meilerbau
Man startet als ob man ein Pyramidenfeuer baut, also kleine Holzstücke in der Mitte und immer dicker und länger werdende Stücke nach außen hin. Das tut man bis man einen Durchmesser von ungefähr 1,5Metern erreicht hat. Dabei sollte das Holz für optimale Platznutzung sehr dicht aneinander gepackt werden. Wenn man das richtig gemacht hat, bekommt man einen kuppelförmigen Holzstapel. Jetzt benötigt man das Wasser und die Erde und macht daraus einen guten Matsch(dieser sollte nicht flüssig sondern nur gut formbar sein). Daraus macht man jetzt eine Kuppel um den Holzstapel herum, die ungefähr so breit ist wie eine Hand und an dem Holz anliegt(also keine Hohlräume übrig lassen).Das zieht man bis oben hin durch und lässt ein Loch an der Spitze. Jetzt am Fuß des Meilers gleichmäßig verteilt 8Luftlöcher verteilen, die einen faustgroßen Durchmesser haben. Fertig ist der Aufbau.
Köhlern
Wenn man den Meiler jetzt fertig hat, geht es an das Köhlern an sich. Dazu macht man ein kleines Feuer und platziert dieses auf dem Loch an der Spitze des Meilers. Jetzt frisst sich die Glut von oben nach unten durch den Meiler. Und jetzt kommt der weiße Rauch und die kleinen Verpuffungen über dem Meiler ins Spiel. Vielleicht ein bisschen Abstand nehmen, denn wenn sich das Gas in der Innenseite durch irgendeinen Grund staut, kann es zu einer großen Verpuffung im inneren des Meilers kommen. In dem Fall fliegt einem der ganze Scheiß um die Ohren. Sollte aber nicht passieren. Das lässt man jetzt solange vor sich hin eumeln, bis man die Glut an den Luftlöchern im Fuß des Meilers sieht. Dann macht man alle Öffnungen des Meilers dicht und erstickt so die Glut. Dann noch Auskühlen lassen, aufmachen und die fertige Holzkohle entnehmen.

Fass- oder Lagerfeuermethode

Hier benötigen wir nur ein verschließbares Fass und Holz. Das Fass wird hierbei mit Holzstücken, welche wieder ungefähr 10cm Größe haben sollten gefüllt. Wichtig ist, dass das Fass einen feuerfesten Deckel
haben sollte, den man auch einfach nur lose auflegen kann. Denn das Holz darf keinen Sauerstoff bekommen, die Gase müssen aber dennoch entweichen können, da man sich sonst nur eine Fassbombe gebastelt hat.
Jetzt stapelt man ein großes Lagerfeuer um das Fass herum auf. Dabei ist entscheidend, dass das Fass von allen Seiten gut Hitze bekommt. Jetzt heißt es nur noch anzünden und das Feuer für mindestens 3Stunden am brennen halten. Dann das ganze runterbrennen und abkühlen lassen. Fertig ist die Holzkohle.
Weiterer Nutzen
Wenn man die Meilermethode verwendet, kann man mit Dosen mehrere kleine Gruben im Boden des Meilers herrichten. In diesen Dosen wird sich dann Holzteer sammeln, welcher zu schwer ist um mit den anderen flüssigen Stoffen nach oben abzuhauen. Dieser Holzteer hat einige sehr nützliche Eigenschaften. Zum einen kann man damit allerhand Zeug zusammenkleben, da bei längerem Luft- und Sonnenkontakt gute Klebeeigenschaften hervortreten. Das ist wunderbar, da Holzteer nicht wasserlösslich ist. Das eignet ihn auch gut zum Abdichten von Dächern, Booten und allem Möglichen. Einziger Nachteilbei dieser Verwendung ist die hohe Brennbarkeit, was bei einem Dach nicht unbedingt die Beste Eigenschaft ist. Beim Fackelbau ist das allerdings eine wünschenswerte Eigenschaft. Also Stofffetzen nehmen, um einen Starken Ast herumwickeln und dann das ganze in Holzteer tränken. So bekommt man eine Fackel, die lange brennt und nicht beim ersten Regenguss ausgeht.
Was man ebenfalls daraus herstellen kann ist eine entzündungshemmende Salbe. Dazu müssen wir noch eine entzündungshemmende Pflanze wie Breitwegerich oder ähnliches mit Pflanzenöl oder Tierfett kochen. Dadurch gehen die Wirkstoffe in das Fett über. Nun wir das mit dem Teer zusammengekippt und noch einmal erhitzt. Wenn es warm ist gibt man Bienenwachs dazu und lässt dieses schmelzen. Dann nur noch vom Feuer nehmen und in handlichen Dosen zur Verwendung aufheben.
Kohle kann zudem auch für andere Dinge als Feuer genutzt werden. Wenn man Durchfallgeplagt ist, kann man moderate Mengen Holzkohle essen um den Bauch wieder zu beruhigen. Und eh man den Durchfall bekommt kann man die Holzkohle in Verbindung mit Sand und Kies auch als Wasserfilter verwenden, das haben wir in diesem Beitrag erklärt.
Köhlern

Comments

comments

Das könnte dir auch gefallen