Wenn man an Bajonette denkt, dann kommen einem schnell so Sachen wie sterbende Soldaten, Grabenkrieg, Nahkampf, Blut und Gedärme in den Sinn. Ursprünglich hat man den Gewehren Bajonette verpasst um sie im Nahkampf als Stoßwaffe zu verwenden.
Ähnlich wie ein Spieß. Und ähnlich wie beim Spieß waren die ersten Bajonette einfach nur lange spitze Metallstangen die auf oder sogar in die Mündung des Gewehrs gesteckt wurden. Mit der Zeit hat man aber entdeckt, das der Soldat nicht nur das Bajonett als Waffe brauchen kann, sondern auch andere Funktionen damit Hand in Hand gehen. Moderne Bajonette sind oft als Messer ausgeformt und erfüllen neben dem Hauptzweck Bajonett zu sein, auch den Zweck des Kampfmessers und Werkzeugs. Ein gutes Beispiel hierfür ist das AK47-Bajonett. Um ein Ähnliches (das AKM Typ II) geht es heute.

Das AKM-Bajonett – Geschichtliches

Die ursprünglichen Bajonette für die AK47-Gewehre der Russen entstanden in einer Zeit, in der das Schicksal solcher Waffen auf der
Kippe stand. Fast alle Gewehre der Großmächte, die nach dem 2. Weltkrieg produziert wurden, hatten keine Möglichkeit überhaupt ein Bajonett aufzunehmen. So auch anfangs das AK47-Gewehr. Aus irgendeinem Grund hat man dann eingelenkt, statt aber das Gewehr zu ändern, hat man einfach ein Bajonett entwickelt, das keine spezielle Aufnahme brauchte, sondern selber eine hatte. Der Griff des ursprünglichen AK47-Bajonetts erinnert sehr stark an das schwedische M1914 Bajonett, das auch für ein Gewehr gemacht war, das über keine spezielle Aufnahme für Bajonette verfügte. Allerdings waren der Griff und die Klingenform sehr bescheiden durchdacht und das Bajonett konnte zu fast keinem anderen Zweck als dem der Waffe, verwendet werden.

Das AKM-Bajonett – Ein Wandel

Mit dem 1959 vorgestellten AKM-Gewehr kam auch ein neues Bajonett ins Spiel: Das AKM Typ I Bajonett. Der Griff war aus Bakelit hergestellt, die Scheide aus Stahl und mit einem Gummiüberzug versehen. Die, für ein Bajonett, eher unkonventionelle Klingenform
entspricht eher der eines Tauchermessers, machte das Bajonett aber sehr vielseitig im Einsatz. Und zusammen mit der Scheide konnte es sogar als Drahtschneider verwendet werden. Dank des Gummiüberzugs an der Scheide sind auch Stromdrähte kein Problem.
Nachteil war, das der vollständig aus Bakelit hergestellte Griff gerne mal am Griffende brach, weil die Soldaten das Teil regelmäßig
als Hammer einsetzten. Deshalb, und weil Wandel nun mal der Kern der Dinge ist, hat man ein bisschen was verändert:
Das AKM Typ II Bajonett war geboren.

Das AKM-Bajonett – Ein Werkzeug

Butter bei de Fische: Das Teil ist stabil. Echt jetzt, ohne Witz, mir ist selten etwas so stabiles wie dieses Bajonett untergekommen.
Und das auch noch in der Preisklasse (etwa 30 Euro). Hier sind die Maße:

  • Gesamtlänge mit Scheide: 33 cm
  • Gesamtlänge Bajonett ohne Scheide: 27 cm
  • Klingenlänge: 15 cm
  • Klingenbreite: 3 cm
  • Materialstärke Klinge: 3 mm
  • Stahlsorte: 110X18 (entspricht in etwa dem BG-42)

Zu den Funktionen: Es ist fast stumpf. Die Schneidfase ist sehr steil angelegt und in einem Beitelschliff ausgeformt. Mit einem
Dremel und etwas Wasser (kühlen) ließ sich das aber schnell beheben. Die Säge sägt sehr schnell sehr tief, ist aber eigentlich nicht
unbedingt für Holz sondern eher für dicke Taue und dergleichen gedacht. Die Drahtschere funktioniert und beißt sich auch noch durch M3-Gewindestangen einfach durch. Abnutzung konnte ich bis jetzt nicht feststellen. Ein stabiles hartes Arbeitsgerät ohne Schnörkel und Zierrat. Einziger wirklicher Nachteil: Kommt die Scheide ohne Befestigungen, muss man sich selber was zusammennähen.
Ansonsten kann das Bajonett mit Scheide auch einfach in den Gürtel oder Stiefel gesteckt werden. Ziehen geht aber nur mit beiden
Händen, die Klammer die die Klinge in der Scheide hält ist echt biestig.

Zu der Funktion als Waffe äußere ich mich nicht großartig. Es gibt sicherlich besseres, allerdings spielt dieser Aspekt für mich hier
keine Rolle, das ich das Bajonett als Werkzeug schätze. Für 30 Euro erhält man ein sägendes Brecheisen mit dem man Feuerholz spalten,
ein Tier ausnehmen, Kabel und Drähte schneiden kann. Was will man mehr.

Das AKM-Bajonett

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