Dein BoB ist von deiner gesamten Ausrüstung das Schwerste. Denn er sollte drei Dinge beinhalten:
  1.  Hilfsmittel um deine Körpertemperatur stabil zu halten
  2.  Wasser, damit du nicht dehydrierst
  3.  Nahrung, damit du vor der Gefahrensituation fliehen kannst
Und so kommen wir, wie wir bereits in einem Beitrag zum BoB geschrieben haben auf ein Gewicht von bis zu 30Kg. Der Nachteil an diesem Gewicht ist gerade für mäßig trainierte Menschen, dass das extrem schlaucht und so für eine dezente Tempoverringerung der Flucht sorgt. Deswegen beschäftigen wir uns heute mit dem Konzept eines Ultraleicht-BoB’s.

Der Rucksack

Für dieses Konzept reicht ein vergleichsweise kleiner Rucksack mit einem Fassungsvermögen von unter 30L durchaus. Wichtig ist hierbei wie immer, das er stabil und eine gute Fachsortierung, wenn nicht sogar nur ein Fach hat. Am besten einen Wanderrucksack aus 1000D-Nylon mit doppelt vernähten Metallreissverschlüssen. Das hält viel aus und bei gewachsten Reissverschlüssen auch mindestens Wasserfest. Und wie immer:
Keine Flecktarnmuster oder sonstig militärisch anmutenden Stile, am besten ein Beige- oder Braunton.

Körpertemperatur

Von den drei Funktionen eines BoB’s ist diese die am dringenst zu erfülende. Denn Menschen reagieren nicht gut auf Hypothermie. Je nach Umgebungstemperatur kann das einem innerhalb von Stunden die Lebenserwartung versauen. Also wie hält man Gewichtseffizient die Körpertemperatur?
Unterkunft/Kleidung
Wenn man sich auf den Weg macht sollte man natürlich der derzeitigen Wetterlage entsprechend gekleidet losstapfen. Im Winter nicht in Shorts, is ja klar. Dadurch spart man im BoB dierkt Gewicht. Sollten die Temperaturen dann wider erwarten doch steigen, kann man sich die Jacke auch um den Bauch binden, wodurch die Gewichtsverteilung angenehmer ist. Um wasserdicht zu reisen sollte ein Regenponcho dabei sein.
Und wie es der Zufall will, hat hier jemand gute Ideen gehabt, denn es gibt Regenponchos mit Tarp-Funktion.
So ist man sowohl Tags als auch Nachts vor Regen geschützt. Da Nachts allerdings der größte Teil der Köperwärme im Boden verschwindet, benötigen wir noch etwas um uns draufzulegen. Isomatten haben den großen Nachteil, das sie sperrig sind und fallen daher bei einem kleinen Bob raus. Die Lösung ist einfach:
Ein Biwaksack. Dieser kann sowohl mit Laub gefüllt werden um so zu isolieren, oder man kann wenn man einen Faulen schiebt einfach in dem Ding schlafen ohne das Tarp aufstellen zu müssen. Und anstelle eines
Schlafsacks reicht meistens auch ein Poncho-Liner, oder zu Deutsch: eine Steppdecke mit Reissverschluss.
Das Ding kann superleicht zusammengeknautscht und dann im Rucksack verstaut werden.
Zum Aufstellen des Poncho-Tarps packt man sich Alu-Heringe und eine Rolle Paracord ein, am besten das
7-strängige. Denn das kann man zur Not noch auffrisseln und die einzelnen Stränge für etwaige Flickarbeiten
oder zum Fallenbau verwenden.
Jetzt wird allerdings schon klar, das ultraleicht nicht mit winterfest gleichzusetzen ist, denn um winterlichen
Temperaturen zu trotzen benötigt man mehr. Hier kann man auf einen leichten Daunenschlafsack zurückgreifen, der allerdings wieder Platz verbraucht.
Feuer
Da es Nachts kälter ist als draußen kommen wir in gewissen Situation um ein Feuer nicht herum. Zum Glück ist auch hier kein großes Gewicht erforderlich. Das einfachste um ein Feuer zu starten ist ein Feuerzeug, klar.
Jeder kanns bedienen und wenn man nicht gerade in nen Tümpel gefallen ist, funktionieren sie auch zuverlässig. Um gerade bei Stum oder strömendem Regen ein Feuer anzubekommen ist es ratsam ein Sturmfeuerzeug dabeizuhaben. Für Situationen in denen das Wetter günstiger ist, lohnt es sich zum Benzinsparen aber sowohl eine Fresnellinse, als auch einen Ferrozeriumstab im Gepäck zu haben. Redundanz ist beim Feuer wichtig!
Jetzt hat man eine Möglichkeit zum anzünden, aber aus irgendeinem Grund findet man keinen natürlichen Zunder, blöde Situation. Deswegen lohnt es sich entweder kleine Zunder-Tabs zu kaufen, oder aus Watte und Wachs selber kleine Brocken Zunder zu machen. Wasserdicht in den Rucksack schmeißen und fertig ist die Laube. Als kleine Lichtquelle oder unterstützendes Etwas zum Feuermachen ist es ebenfalls empfehlenswert Kerzen dabei zu haben. Hier kann man auch die vollen 500Yards gehen und Kerzen aus Bienenwachs verwenden, die machen sich nämlich super um unterwegs Reissverschlüsse und Schuhe wasserfest zu machen, sowie Bogensehen zu wachsen oder nützliche Salben aus Heilpflanzen herzustellen.

Wasser

Wasser ist das nächstwichtigste Problem mit dem sich unser Körper rumschlägt. Es dauert zwar wesentlich länger zu verdursten, als zu erfrieren, aber dennoch bleiben einem handelsüblichen Menschen maximal 7 Tage, bevor das eintritt. Allerdings funktionieren wir bei Dehydrierung nicht so gut wie wir es sollten. Unsere Leistungsfähigkeit nimmt ab und wir haben ein starkes psychologisches Problem wenn der Verstand merkt, das der Körper zu wenig Wasser hat. In anderen Worten, man verzweifelt. Der Ultraleicht-BoB verzichtet im Prinzip auf den Gedanken einen Wasservorrat mit sich herumzuschleppen, der einen 3 Tage versorgt. Das ist zum einen die größte Gewichtsreduzierung als auch das größte Risiko dieses Konzeptes, da es darauf aufbaut, das man täglich Wasser tanken kann.
Das Wasserkit
Besteht zum einen aus wahlweise einer oder auch zwei einwandigen Edelstahlwasserflasche/n. Denn unser standardmäßiger Wasserverbrauch liegt bei mindestens 2L pro Tag. So kann man eine Tagesration am Mann haben. Es macht sich gut eine Flasche mit passendem Becher zu haben, denn der Becher kann zum Wasserabkochen verwendet werden. Oder für nen Kaffee. Als nächstes ein Life-Straw beliebiger Herkunft um im Notfall direkt aus einer Wasserquelle zu saufen. Wenn es dann aber schnell gehen muss, weil Strecke vor einem liegt und man dennoch Wasser tanken muss. Zum Beispiel wenn es unklar ist wann die nächste Wasserquelle vorbeikommt braucht man auch hier eine Redundanz. Reinigungstabletten. Auf dem Sprung die
Flasche voll machen, Tablette rein und weiterlaufen. Dadurch kann man z.B. auf der Flucht seinen Trinkwasservorrat auffüllen.
Und für den Fall, das man auch mal zwei Tage ohne Wasserquelle auskommen muss, lohnt es sich eine kleine Faltflasche als „Zusatztank“ im Gepäck zu haben. Erhöht den Wasservorrat einfach mal um 50%, ohne groß Platz wegzunehmen wenn sie nicht gebraucht wird.
Als modisches Beiwerk und improvisierter Sedimentefilter kann man auch noch ein Palituch am Mann haben. Die Flasche einfach durch das Tuch auffüllen und schon knirscht es nicht mehr beim trinken.
Für weitere Gewichtsreduzierung kann man auf Flaschen aus Titan zurückgreifen. Die sind zwar teurer  als Stahl, aber auch wie gesagt leichter und stabiler als das Äquivalent aus Alu(siehst du hier).
Diese Gewichtsreduzierung eignet sich logischerweise nicht, wenn man in einer sehr trockenen Umgebung unterwegs ist.

Nahrung

Das drittwichtigste zu erfüllende Bedürfnis. Normalerweise tritt der Tod durch Unterernährung erst nach mehreren Wochen ein, da der Körper zuerst eingelagerte Fettreserven und dann die Muskeln „verdaut“. Das ist ein enormer Vorteil unseres Körpers, allerdings sind wir in diesem Fall bei weitem nicht so belastbar wie normal. Deshalb ist es wichtig energetisch effiziente Nahrung im Gepäck zu haben.
Futter
Zur energetisch effizienten Nahrung zählen zum Beispiel Müsliriegel oder auch die Suppe to Go diese Dinge verbrauchen wenig Platz und fallen nicht stark ins Gewicht. Müsliriegel haben hier den ungemeinen Vorteil, das sie sowohl aus kurzkettigen(Zucker) als auch langkettigen(Getreide) Kohlenhydraten bestehen. Dadurch liefern sie einen fast sofortigen Energieschub und halten dennoch den Körper für eine gewisse Weile am Laufen. Ein ungemeiner Vorteil des menschlichen Körpers, er macht Scheiße die wir fressen zu Gold.
Die Suppe liefert Abwechslung, was sowohl gut für die Moral ist(es deprimiert halt immer dasselbe zu fressen) und auch für eine ausgeglichenere Ernährung sorgt, was Verdauungsstörungen vorbeugt.
Um bei Bedarf und in Sicherheit für Nahrungsversorgung in der Wildnis zu sorgen lohnt es sich auch eine Speerspitze, Angelhaken und vielleicht die eine oder andere Pfeilspitze im Gepäck zu haben.

Unveränderte Ausrüstung

Dinge die auf keinen Fall abgespeckt werden sollten sind zum einen der Ifak, da unzureichende Gundversorgung sehr schnell zu einem sehr unangenehmen Ableben führen kann, als auch die Ausrüstung im Bereich der Schneidwerkzeuge. Niemals ohne Messer auf die Flucht gehen. Schneiden, schnitzen und Selbstverteidigung sollten Fortuna keinesfalls in die Hand gegeben werden, da man sonst ein mobiler
Lootpunkt für verzweifelte Flüchtende wird. Und das will man nicht.

Fazit

Es ist durchaus möglich einen leichten BoB zu machen der unter 10Kg wiegt, das geht allerdings mit Gefahren einher. So muss man sich sicher sein, das man sowohl meteorologisch auf alles Vorbereitet ist und das man ser oft an Süßwasserquellen vorbeikommt/diese erkennen  kann. Wenn diese Faktoren nicht gewährleistet sind, sollte man davon die Finger lassen. Sonst ist das Risiko größer als der Nutzen.
Ultraleicht-BoB

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