… sind oft Blödsinn. Grade am Anfang macht man immer wieder
den Fehler, sich falsch einzukleiden, weil man sich von Werbung
und (oft schlechter) Beratung eher tragen lässt als von der eigenen
Vernunft. Kleidung ist sehr wichtig.

Kleidung mit Maß

Fangen wir ganz klein an:

Was brauchst du?
Wo befindest du dich?
Wofür brauchst du bestimmte Kleidung?
Welches Wetter herrscht bei dir?
Welche Hindernisse (Geländeart, Wasser) können dir im Weg sein?
Wie viel Geld steht dir zur Verfügung?
Wie intensiv willst du das Hobby betreiben?

Je nach Bereich wird es nicht leicht

Es gibt verschiedene Konzepte nach denen man sich einkleiden kann.
Grundsätzlich gilt, wie in allem: Jeder nach seiner Fasson.
Wer gerne im Lederharnisch mit rosa Tütü durch den Wald hüpft und dabei
mit pinken Feathersticks um sich wirft, kann das gerne tun.
Hat dann halt nur hiermit nix zu tun.

Für das Hobby, egal ob Prepping, Bushcraft oder Survival, sollte die
Kleidung folgende Kriterien erfüllen:

– angepasst an die Umgebung
– stabil
– funktional
– beweglich
– belastbar
– unauffällig

Angepasst an die Umgebung: Farben spielen immer eine Rolle.
Es macht Sinn wenn man sich dabei an seiner Umgebung orientiert und
ob man auffallen möchte oder nicht. Jemand der seinen Get Home Bag
fürs Auto packt, der sollte auch eine Warnweste oder einen orangenen
Pullover mit einpacken, damit er im Fall der Fälle gesehen wird.

Jemand der nach dem Prinzip „Grey Man“ arbeitet, der sollte Kleidung
nehmen, der man ihren Zweck nicht unbedingt gleich ansieht.
Oft muss diese Kleidung dann etwas umgearbeitet werden.

Stabil: Fällts auseinander ist es scheiße. Gut verarbeitete
Nähte und reißfester Stoff sollten hier gesucht werden.
Auch ordentlich funktionierende Reißverschlüsse und dichte Taschen sind
von großem Nutzen.

Funktional: Eine Hose mit drölf Taschen, die Jacke hat nochma 430,5 zusätzliche
Fächer und von den Military Tactical Combat Boots fangen wir gar nicht erst an.
Bullshit. Kleider müssen funktional sein, überflüssige und unnütz angebrachte
Extras sind eher eine Belastung. Also die Kirche im Dorf lassen, nach Kleidung
gucken, die so verarbeitet ist, das man an alles rankommt, was man sich da
einstecken will. Und das auch leise.

Beweglich: Taktisch is ganz nett, aber wenn man darin rumläuft wie ein
Michelin-Männchen mit Stock im Genick, dann ist das nicht bloß unschön
sondern schränkt auch ein. Wollen wir nicht. Hosen müssen sich bewegen
lassen, sonst kommt man nirgends hoch, Jacken brauchen Platz, damit
man auch mal ausholen kann. Sonst klemmt und kneift und zwickt es und
über den Zaun kommt man auch nicht rüber.

Belastbar: Einmal auf den Knien schliddern, weil man sich mault und schon ist
die Hose durch. Uncool. Kleidung sollte aus einem Stoff sein
der auch mal was wegsteckt. Dornen, spitze Äste, Steine, Stacheldraht, Glasscherben.
Alles Sachen die leichte Kleidung leicht ruinieren können. Also Augen auf beim Kleidungskauf.

Unauffällig: Grade für Leute die nach „Grey Man“- Prinzip handeln und machen ist
es sehr wichtig, das sie sich vom Gesamtbild ihrer Umgebung nicht abheben.
Unauffällige Klamotten sind hier der Schlüssel. Man will nicht auffallen, man versucht
so weit zu gehen, das die eigene Person nur noch ungenau bis gar nicht beschrieben werden
kann.

Schuhe und Schichten

„Zwiebelprinzip“ kennt eigentlich jeder. Man trägt mehrere dünne Schichten Klediung
anstelle von einer oder zwei dicken Schichten. Warum? Weil sich zwischen den
Schichten warme Luftpolster bilden, die zusätzlich Isolieren.
Und je nach Umgebung kann man eine oder mehrere Schichten an- oder ausziehen.
Wie man möchte.
Schuhe oder Stiefel müssen ebenfalls dem Zweck angepasst sein. Jemand der vor hat
eine Lange Strecke querfeldein zurück zu legen, sollte sich gute Wanderschuhe
besorgen und diese auch vernünftig einlaufen. Gegen Blasen hilft es, sich
Seidenstrümpfe oder Nylonstrümpfe zu besorgen und diese zuerst anzuziehen.
Dann die Socken und dann den Schuh.
Schuhwerk sollte gut verarbeitet sein, so wenig Klebestellen wie möglich haben
und sich leicht pflegen lassen. Und nein, die „Worker Boots“ ausm Schuh-Discounter
sind nicht für sowas geeignet. Die heißen nur so.

 

Von innen nach außen

Je nach Vorhaben und Wetterlage sollten die Schichten gewählt werden.
Die erste Schicht könnte, je nach Temperaturen und Jahreszeit, lang oder kurz sein,
auf jeden Fall aber sollte man nicht zu locker sitzende, stretchfähige Materialien
wählen. Sonst wirds schnell eng in der Bux.

Die zweite Schicht könnte dann z.B. eine lange Jeans- oder Cargohose sein, ein
Baumwollhemd oder ein Pullover können darüber getragen werden. Das reicht in
den meisten Fällen schon aus, besteht die Möglichkeit von Regen, sollte man noch
an Poncho oder Regenjacke denken. Hat man vor im größten Mistwetter unterwegs zu
sein oder weiß man, das man evtl. ein paar Tage im Dreck liegt, helfen Regenanzüge
sehr viel. Hier sollte man jedoch auf ausreichende Belüftung achten, da Kondenswasser
durch den regendichten Kunststoff nicht entweichen.

In sehr heißen Gegenden mit viel Sonne, wird von kurzer Kleidung abgeraten.
Sonnencreme hilft nur bedingt, lange und dünne Klamotten aus Baumwolle oder Leinen
sind hier sehr brauchbar. Kopfbedeckung nicht vergessen.

Und wenns mal arschkalt ist, sind Daunen und Wolle die besten Optionen.
Funktionsunterwäsche aus Echtwolle ist nicht mehr das kratzige Zeugs von einst, sondern
verhindert effektiv die Bildung von Eiszapfen am eigenen Zapfen.

Abschließend gilt natürlich immer, das die Kleidung dem eigenen Geschmack entsprechen muss.
Sonst fühlt man sich nicht darin wohl, ein Faktor, den man nicht unterschätzen darf.

Des Survivors neue Kleidung…

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