Es gibt Dinge auf die hat man keinen Einfluss im Leben.
Hierzu zählt in meinem Fall, das ich mit kleinen Händen existiere.
Das hat in meinem Leben schon zu einer Vielzahl an Spitznamen und
anderen Dingen geführt die durchaus lästig sein können. Da ich
zuätzlich noch mit einer Fehlbildung in meinen Daumen lebe, die
mir das vordere Gelenk wegrationalisiert hat, habe ich mit einigen
Dingen auch kleinere Probleme.

Wie heißt das eigentlich?

Da mich das Ganze meistens nicht beeinträchtigt, habe ich
mich darüber auch nie wirklich richtig informiert. Aber der fachliche
Terminus für die Geschichte heißt Hypoplasie und ich hab es damit noch
ganz gut gegriffen, pun intended. Denn das kann von meinem kleinen
Problem, bis hin zur kompletten Unbrauchbarkeit der Hände reichen.

Das Leben als menschlicher T-Rex,

ist gar nicht mal so schlimm wie ich das jetzt im ersten Absatz
hingestellt habe. Ich habe im ganz alltäglichen Leben keine
Einschränkungen und kann alles machen, mit dem Unterschied das
meine Daumen steif sind, egal wie sehr ich sie krümmen möchte.
Lange Rede kurzer Sinn, ich habe keine Probleme mit normalen Dingen,
aber im Training und draußen schaut das ganze schon ein bisschen
anders aus.

Ein T-Rex beim Kreuzheben

Klingt erstmal wie der Anfang von einem sehr schlechten Witz, ist
aber dezent blöd in der Realität. Offensichtlich ist, dass ich bei
größerem Trainingsgerät nicht immer komplett um die Griffe, wie zum
Beispiel bei einer Langhantelstange beim Kreuzheben komme. Macht sich
mitunter echt blöd wenn man die Form wahren will und gleichzeitig
das Gefühl hat, das einem die Scheiße aus den kurzen Fingern rutscht.
Du magst jetzt vielleicht sagen, dass das mit ausreichender Griffkraft
möglich ist auszugleichen, aber wenn du dich daran erinnerst, das ich
merkwürdige Daumen habe, sieht das wieder ein bisschen anders aus.
Durch die Steifheit meiner Daumen kann ich auch weniger Griffkraft
aufbringen als das normalerweise der Fall wäre. Und an dieser Stelle
wird alles vom Kreuzheben bis zum Training mit einer Kugelhantel ein
bisschen interessanter.

Ein T-rex in freier Wildbahn

Und zu allem Überfluss muss ich auch noch schauen wo ich bleibe wenn
es um Werkzeuge wie Messer und ähnliches für draussen geht. Die
Griffgröße kann ein Werkzeug für mich sehr schnell versauen. Auch
wenn ich fairerweise sagen muss, das die Größe des Griffes eher
seltener Probleme macht als die Form des Griffes. Ebenfalls
problematisch wird es wenn ich irgendwo hochklettern muss, weil ich
meine Griffeln nicht ordentlich schließen kann. Zumindest nicht so
wie es für das Klettern optimal wäre.
Wie kann man also die Probleme die ich jetzt genannt habe umgehen?

Mach es einfach

Wieso habe ich also keine Probleme bei täglichen Aufgaben? Es ist
genau so als wenn du jemanden mit einem schlimmen genetischen Fehler,
wie zum Beispiel Blindheit, fragst wie er nur damit Leben kann. Klingt
im ersten Moment als ob ich Äpfel mit Birnen vergleiche. Aber es ist
halt genau so bei mir, wenn auch in wesentlich kleinerem Maße. Wenn
man etwas nicht anders kennt, dann macht man es einfach so wie man
hinkommt. Es wird halt problematisch wenn dir jemand etwas beibringt
und du es so nicht hinbekommst. Dann musst du dir nachträglich
Gedanken machen wie du es machen kannst. Richtig kritisch wird es wenn
keinen Weg außenrum gibt. Dann muss man es solange machen bis man es
doch irgendwie hinbekommt ohne dabei Fehler zu machen.

Deine eigene „Behinderung“

Selbst wenn du denkst, das du etwas wegen einer Kleinigkeit nicht machen
kannst, dann probierst du es einfach nicht hart genug. Ich habe auch
andauernd das Gefühl, das mir die Kugelhantel durchs Wohnzimmer segelt,
aber dein Körper kann viel mehr als du ihm zutraust. Deswegen probiere es
weiter auch wenn du beim ersten Mal scheiterst, da du deinem Körper viel
öfter im Weg stehst als andersrum. Irgendwann wird es dir wie natürlich
von der Hand gehen. Das zählt nicht nur für Leute mit leichten Makeln,
sondern für alle. Jeder steht sich mehr selbst im Weg als alles andere.

Immer sind die anderen Schuld

Du kennst nicht nur den inneren Schweinehund, zur Abwechslung muss man
die Schuld auch mal auf jemand anderen schieben können. Jeder kennt sie,
Menschen die einem sagen, das du für das eine zu dumm bist, oder das du
dafür doch nie die Überwindung aufbringst. Und hier beginnt der Fehler.
Jeder x-beliebige Schleimscheißer, Lehrerliebling, Typ mit reichen Eltern
oder einfach generischer Vollidiot kann sich den Mund darüber zerreißen
wie Scheiße du bist und was sie in jeder hypotethischen Situation viel
besser machen würden als du. DU bist der springende Punkt, nicht
irgendein Depp. Stehe zu dem was du dir in den Kopf gesetzt hast.
In meinem Fall hieß dass das ich einfach zu unfähig bin. Ich habe angefangen
die meisten Witze über meinen kleinen Gendefekt zu machen. Dann fanden sich
andere Dinge über die sich andere lustig machen. Habe ich deshalb die
Schule abgebrochen? Nein, denn ich wusste das es mir später egal ist.
Und dann kam es so. Es interessiert mich einen Scheiß ob man mich Krüppel,
Opfer oder sontwas nennt. Was ich dir damit sagen will ist:
Scheiß drauf wenn dir gesagt wird das du schlechter bist als andere! Scheiß
drauf wenn dir irgendjemand sagt das du dein Ziel nie erreichst! Niemand
hat das Recht deine Ziele zu verunglimpfen!

Fazit

Halte dich in allen Teilen des Lebens daran das dein Ziel der Punkt ist
und nicht dein Schweinehund oder irgendein Mensch auf dessen Wort du keinen
Wert legen solltest.

 

 

 

Das Problem an kleinen Händen

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