Ich habe den Wettstreit zwischen Aluminium und Stahl schon einmal
angesprochen als wir beim Thema Kochgeschirr waren. Aber warum
machen da Viele eigentlich so ein großes Gewese draus?
Heute möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben und euch beide
Materialien etwas näher bringen.

Aluminium

Aluminium kennt jeder, ob aus den einen oder anderen Gründen.
Es ist aus unserer Gesellschaft überhaupt nicht mehr wegzudenken,
da Aluminium in so ziemlich allen Bereichen unseres Lebens verwendet wird.
Du kaufst dir etwas zu trinken und hast drei Möglichkeiten woraus die
Verpackung besteht Polyethylen, Glas und, du wirst es erraten haben,
Aluminium. Bis vor wenigen Jahren ist es dir auch bei allen Fertiggerichten
begegnet. Aber auch im Bauwesen, der Elektronik und vielen anderen Bereichen
ist es vertreten. Unterm Strich ist Aluminium der Rohstoff, dessen Verbrauch
am stärksten wächst. Warum ist das so?

Aluminium ist:

– leicht
– unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen
– Metall mit den größten Vorkommen in der Erdkruste
– problemlos wiederverwertbar
– normalerweise gesundheitlich unbedenklich
– laut einschlägigen Quellen auch hilfreich gegen Alienstrahlung(nicht)

allerdings ist es ebenfalls:

– nicht elementar vorkommend
– bei erhitzen in nicht eloxiertem Zustand krebserregend
– verhältnismäßig aufwendige Gewinnung für Metalle

Was können wir jetzt aus dieser Aufzählung lernen?

Vieles ist die leichte Antwort, aber ich picke jetzt mal ein paar Rosinen
heraus. Wenn du deine Ausrüstung für draußen so leicht wie möglich halten
möchtest, dann empfiehlt sich Alu für viele Teile. Kochgeschirr, stylischer
Hut und und und. Alu mag, wie erwähnt, das Metall mit den größten Vorkommen
auf der Erde sein, hat hier allerdings auch gleich einige Nachteile. Es
bindet sich schneller als du schauen kannst. Und das mit so ziemlich allem.
Dadurch haben wir keine Vorkommen elementaren Aluminiums auf unserer Erde.
Warum also fängt dein Aluzeug nicht an durch die Gegend zu zerfallen? Wenn
Alu oxidiert bildet sich nur eine dünne Schicht Aluminiumoxid, die verhindert
das der Rest oxidiert. Aber auch so kommt Aluminium kaum vor. Der größte Teil
kommt in Form von Aluminiumsilicaten vor, oder einfach gesagt in bestimmten
Erden. Leidigerweise macht dies die Gewinnung etwas Aufwendig. Da man es nicht
einfach einschmelzen kann wie andere Metalle. Problematisch ist auch, das diese
Erden im Tagebau abgebaut werden müssen und nicht wie die meisten Metalle durch
Untertage/Bergbau. Die führt zu größeren brachliegenden Flächen, das die
Hippies stören sollte. Aber ansonsten ist Alu nicht umsonst das aktuell
gefragteste Metall auf dem Markt.

Stahl

Auch dieses Material kennt jeder und selbst wenn man witzelt, das die Eisenzeit
irgendwie vorbei ist verwenden wir es auch immernoch täglich. Du hast es in
Töpfen, Autos, Messern, Gebäuden und auch sonst in fast allem was du dir
vorstellen kannst.

Eisen ist:

– sehr hart
– in sehr großen Mengen in der Erdkruste vorhanden
– leicht wiederverwertbar
– außer bei Verzehr und intravenöser Verabreichung ungefährlich

aber auch hier gibt es Nachteile, da auch folgende Eigenschaften dazugehören:

– spröde
– oxidationsanfällig
– schwer

Aber was ist eigentlich Stahl?

Stahl ist die Oberbezeichnung für alle Eisenverbindungen, egal ob mit Metallen
oder Kohlenstoff, welche schmiedbar sind. Und warum wird nicht einfach nur Eisen
benutzt? Eisen alleine ist ein sehr oxidanfälliges Metall und sehr hart. Jeder
kennt die gute alte Braunmetallveredelung, ob sie nun am Auto oder vom
Buttermesser aus der Küche. Mit ordentlicher Pflege kann das Rosten zwar verhindert
werden, aber das ändert nichts an den einseitigen Eigenschaften von Eisen. Da
dieses so hart ist würden Dinge die nur aus Eisen bestehen, unter Belastung sehr
leicht brechen. Stahl ist, wie alle Legierungen dazu „erfunden“ worden um die
Eigenschaften eines Metalls zu verbessern. Allerdings gibt es bei Stahl unzählige
Sorten, die sich mitunter nur durch geringe Unterschiede in der Zusammensetzung
unterscheiden. Es gibt mehrere Unterscheidungen zwischen Stählen:

– Edelstähle
– Kohlenstoffstähle/Carbonstähle
– sonstige unedle Stähle

Man kann diese Gruppen auch anders unterteilen, aber das ist eine für den Laien
ausreichende Differenzierung. Ich selbst bin auch kein Metallurge, weswegen ich
bei etwaigen Fehlern keinen Shitstorm abbekommen möchte.

Edelstähle

Wenn man Edelstahl hört denken die meisten Menschen an rostfreien Stahl, was
allerdings nicht zwangsweise richtig ist. Denn obwohl fast alle Edelstähle
rostfrei oder rostresistent sind gibt es auch rostende Edelstähle. Ebenfalls
falsch ist der Irrglaube das Edelstahl seinen Namen von Edelmetallen in der
verwendeten Legierung hat. Edelstahl ist die Bezeichnung für Stähle welche
sich durch eine besondere Reinheit, zum Beispiel die geringen Vorkommen an
Spurenelementen im Werkstoff aus.

Beispiel:

V2A-Stahl ist ein Chrom-Nickel-Stahl, welcher sich durch durch eine gute
Oxidationsresistenz auszeichnet. Dies macht ihn zu einem sehr guten Baustahl
und Stahl für die Lebensmittelindustrie, da so die Säuren in Lebensmitteln
(zum Beispiel Zitronensäure und Essigsäure) das Material nicht schädigen.

Kohlenstoffstähle/Carbonstähle

Diese zeichnen sich dadurch aus, das der Großteil des Kohlenstoffes aus dem
Eisen entfernt wurde. Denn wenn der Kohlenstoffanteil zu hoch ist, wird es
unmöglich das Eisen zu schmieden und es bleibt einfaches Gusseisen.
Kohlenstoffstahl hat seinen Namen daher, das Kohlenstoff in einer Konzentration
auftritt, das er schmiedbar bleibt. Durch die verschiedenen Vorgänge beim schmieden
ordnen sich die Atome in einer Konstellation an die dem Stahl bessere Eigenschaften
als Gusseisen verschaffen. Da dieser Stahl vornehmlich aus Eisen und Kohlenstoff
besteht ist dieser auch der älteste Stahl. Er existiert seitdem Eisen geschmiedet
wird. Denn Kohlenstoffstahl ist rudimentär gesagt geschmiedetes Eisen. Und dadurch
genau wie Eisen rostanfällig.

Beispiel:

Der 1095-Stahl ist ein beliebtes Material für die Messerherstellung, da dieser
sich durch eine extreme Härte auszeichnet und die Klinge so lange ihre Schärfe
hält.

sonstige unedle Stähle

Wie der Name schon sagt sind dies alle Stähle, welche nicht in die anderen beiden
Kategorien passen. Sie zeichnen sich nicht durch Reinheit von Spurenelementen aus
und haben einen geringen Kohlenstoffanteil im endgültigen Werkstoff. Hier gilt der
Umkehrschluss von Edelstählen: Nicht alle unedlen Stähle sind rostempfindlich!

Beispiel:

Jeder wird schon von Chrom-Molybdän-Vanadium-Stahl gehört haben. Ich bleibe mal bei
der Bezeichnung „CrMoV15“. Ein Stahl, der sich durch die Beifügung Chrom und
Molybdän sehr rostträge verhält. Zudem erhöhen Molybdän und Vanadium die
Haltbarkeit des Stahls und sorgen so für einen guten Messerstahl.

 

Aluminium vs. Stahl

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