Die kalte Jahreszeit ist im vollen Gange und du willst dir draußen ein Feuer machen,
dass du dir ja nicht den Arsch abfrierst. Du benötigst Zunder um das Feuer zu entfachen.
Ich weiß, das hab ich alles schon einmal erwähnt, aber heute möchte ich auf eine
Zundersorte gesondert eingehen. Charcloath, oder allgemein gesprochen Pyrolysezunder.

Was ist Pyrolyse eigentlich?

Pyrolyse nent man den Vorgang, bei dem ein Material organischer Natur in der
Abwesenheit von Sauerstoff hoher Hitze ausgesetzt ist. Dies hat zur Folge das die
großen Molekülketten in einem organischen Material aufgespalten werden. Dies fördert
die Brennbarkeit des Materials, da weniger Energie aufgewendet werden muss um eine
Reaktion zu starten. Denn, je größer ein Molekül ist, destso mehr Energie muss
aufgewendet werden um diese Struktur aufzubrechen.
Der wohl bekannteste Brennstoff, welcher mit Pyrolyse gewonnen wird ist Holzkohle.

Und wie mache ich jetzt Zunder?

Das ist sehr leicht und auch nicht aufwendig. Du benötigst im Endeffekt nur zwei
Dinge. Zuerst einmal eine Blechdose in einer Größe deiner Wahl. Eine alte Dose von
Pfefferminzbonbons eignet sich hervorragend. Nachdem du diese Dose nun geleert hast,
nimmst du einen Nagel oder einen ähnlichen Gegenstand und stichst ein kleines Loch
in den Deckel. Dann brauchst du noch ein Material, das du der Pyrolyse unterziehen
möchtest. Dies kann Baumwelle oder Watte sein. Die Baumwolle kann hierbei von alten
oder kaputten Kleidungsstücken kommen. Wichtig ist bloß, das reine Baumwolle
verwendet wird und keine Verbundfaser.

 

Eine Leere Zunderdose in einem Zunderkit

Der Vorgang

Wenn du nun also Pyrolysezunder herstellen möchtest nimmst du dir deine Dose und
füllst diese bis zum Anschlag mit dem Material deiner Wahl. Dann machst du den Deckel
drauf und packst es beiseite. Und wo kommt jetzt die Hitze her? Von einem Feuer!
Nun muss ich dir hoffentlich nicht erklären das du das nicht drinnen machst. Denn
Feuer im Wohnraum macht zwar warm aber auch tot. Und Pyrolysegase machen das auch.
Also schwing deinen Arsch nach draußen und am besten dahin wo dich niemand sieht.
Denn Pyrolyse macht Rauch. Sehr viel Rauch. Und du willst ja nicht, das dir jemand
die Feuerwehr auf den Hals hetzt weil deine Dose für einen Waldbrand gehalten wird.
Die Dose packst du dann ins Feuer und lässt das drauf bis kein weißer Rauch mehr
aus der Dose kommt. Dann machst du das Feuer aus und wartest bis das ganze abgekühlt
ist. Und schon hast du Zunder. Zusätzlich kann man noch Baumharz einarbeiten um
die Brennbarkeit zu verbessern.

Eine gefüllte Pyrolysedose mit Baumharz

Mögliche Materialien

Grundsätzlich kann man alle trockenen organischen Materialien pyrolisieren. Alles
von Kleidungsstücken über Rinde, bis hin zu Holz kannst du so alles zu besserem
Brennstoff machen.
Ein zusätzlicehr Vorteil ist, das so hergestellte Materialien nicht so viel Sauerstoff
wie ihre Rohstoffe benötigen um zu zünden.

 

Kleines Zusatzwissen

Du kannst das so entstandene Zeug auch super in einer kleinen Taschenheizung verwenden.
Nennt sich Donohi und kann aus einer weiteren Dose gebaut werden.Zuächst einmal
befestigst du einen Stahlkern, am Boden der Dose. Als Nächstes bohrst du mehrere Löcher
in Boden und Deckel. Dann schneidest du mehrere Schlitze in die Wand der Dose.
Pyrolysezeug rein und anzünden. Nun hast du für mehrere Stunden warme Hände und brauchst
dazu nichtmal ein offenes Feuer. Zusätzlich ist das vor sich hinkokelnde Material noch
ein super Feuerstarter ohne das du eine weitere Zündquelle zu benötigst.
Das ganze ist in diesem Video sehr gut erklärt.

 

Pyrolysezunder

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