Alle reden immer von Ausrüstung, Gear dies, Gear das, jeder
braucht den neuesten Scheiß. Gimmicks bis zur Vergasung, teilweise
kriegt man bei den Preisen schon Schweißausbrüche und im Endeffekt, wenn
es wirklich drauf ankommt, taugt das meiste Zeug gar nichts. Wir vergessen,
das nicht Ausrüstung und Material den Menschen hat überleben lassen, sondern
die Einstellung. Überleben ist Einstellungssache.

Die vier apokalyptischen Reiter

Jetzt wirds nicht biblisch, keine Sorge.
Unsere Vier sind: Panik, Verwirrung, Zögern und Überraschung. Alles vier sind
Zustände, die du ganz unbedingt vermeiden musst. Nichts ist schlimmer als in
wilder Panik in die falsche Richtung zu laufen oder in totaler Verwirrung
Unschuldige zu verletzen. Stell dir vor, du musst dich entscheiden und zögerst.
Menschen, zumeist jene die dir nahe stehen, werden dann verletzt oder schlimmeres.
Und wer nicht erwartet, kann nicht reagieren. Böse Überraschungen braucht man nicht,
wenn es drauf ankommt. Selbstbeherrschung ist angesagt.

Der Weg ist das Ziel

Wie kann man diese Vier jetzt überwinden? Nun, das Zauberwort lautet „Entschlossenheit“.
Jeder einzelne von uns ist der Nachkomme einer Tierart, die alleine durch ihre Entschlossenheit
überlebt und sich entwickelt hat. Überleg dir mal, was du alles schon abhaken könntest/kannst:

  • Wasser
  • Transport
  • Unterkunft
  • Nahrung
  • Hygiene und medizinische Versorgung
  • Stromversorgung
  • körperliches Training
  • Selbstschutz

Hast du dich schon drum gekümmert oder kannst du manches davon sogar abhaken? Geilo, du kannst
also schonmal mehr als du eigentlich annehmen möchtest. Damit hast du den ersten Schritt getan.
Jetzt musst du dich nur noch um deinen inneren Survivor kümmern. Denn der ist eingerostet und lahm
geworden.Konzentrieren ist angesagt. Und feilen, feilen und nochmals feilen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Damit ist nicht gemeint, das du auch langsam ans Ziel kommst oder dich nicht überanstrengen sollst.
Im Gegenteil, du musst nüchtern beurteilen können, welche Erfordernisse für die zu überwindende
Situation zutreffen und wie du da am besten rangehst. Der Einsatz sollte in einer Notsituation so
gering wie möglich sein, am besten mit maximalem Erfolg. Geh in dich, lass dich nicht von deiner
Angst übermannen und versuche objektiv zu bleiben. So schwer das auch manchmal sein wird.
Hab die Dinge im Blick, auch im Alltag. „Situational Awareness“ sagt der Ami dazu.
Akzeptiere, das manche Dinge einfach harte Nüsse sind. Stell dir mal vor, wie ein Überlebensszenario
aussehen könnte und dann überleg dir mal welche Konsequenzen unüberlegtes, panisches Handeln hätte.

Positiv bleiben

Ich weiß, ist nicht einfach. Aber Überleben ist nunmal Einstellungssache und wenn du gleich von Anfang
an als Miesepeter an die Sache rangehst, dann kann der Rest nur Scheiße werden. Wenn du merkst, das
deine Gedanken dich in eine Sackgasse führen, dann muss dies aktiv unterbinden. Denk an was anderes oder
versuche an etwas zu denken, das für dich positiv gelaufen ist. Und fang damit am besten gestern schon an.
Hoffnung ist dein letzter Anker. Lass ihn dir nicht wegnehmen, indem du dich von negativen Gedanken
beeinflussen lässt. Es läuft sicherlich nicht immer alles glatt, aber solange es läuft, ist alles gut.

Du willst leben

Wenn es drauf ankommt und du nicht mehr weiter weißt, dann erinnere dich mal daran, weshalb du mit
Prepping/Survival angefangen hast. Wozu das ganze Training, die Vorbereitungen, die Ausrüstung eigentlich
gedacht sind. Es gibt immer einen Grund weiter zu machen, meistens direkt vor deiner Nase. Und letzten
Endes ist es immer dieser eine der noch übrig ist, wenn alle anderen Gründe verschwinden: Überleben.
Du willst leben. Und selbst wenn der Ofen aus ist, wenn alles gegen die Wand gefahren wurde und nichts mehr
bleibt, so willst du dennoch leben. Einen besseren Grund weiter zu machen kann es gar nicht geben.

Wieder die Vier

Panik ist der größte Feind, dem du dich stellen musst. Angst ist ok, Angst ist normal und notwendig.
Sie schärft deine Sinne, macht dich stärker, lässt dich klarer sehen. Panik jedoch lähmt dich, sie macht dich
starr und unflexibel. Im schlimmsten Falle wird man handlungsunfähig.
Verwirrung ist extrem gefährlich, meistens für andere. Wenn du nicht klar und fokussiert bist, dann kanns
passieren, das du im Notfall Unschuldige verletzt, die durch die Situation gefährdet sind oder gar nichts damit
zu tun haben. Behalte einen klaren Kopf und sieh die Dinge wie sie sind (nicht „als was sie sind“ – das geht nicht).
Zögern ist dann gefährlich, wenn dein Arsch (oder der von anderen) am seidenen Faden hängt. Für deine Entscheidungen
bist du verantwortlich, diese Last kann dir keiner abnehmen. Aber das gibt dir keinen Grund, sie nicht trotzdem zu
treffen. Sei ein harter Knochen und steh dazu.
Überraschungen sind nicht immer gut. Wer nicht vorbereitet ist, wer nichts kann weil er blauäugig auf andere hofft,
die ihn am Ende sowieso im Stich lassen (müssen), der wird meist unangenehm überrascht davon sein, wie schnell die
Dinge seitwärts gehen können. Erwarte nicht gleich das totale Armageddon, aber rechne immer mit ein bisschen
Verwüstung und ein paar Wehwehchen wenns hart wird. Das ist normal. Sei so rational wie nur irgend möglich.

Gewissen und Wissen

Gehen selten Hand in Hand. Beispiel: Jemand bedroht dich an deinem Leben, es ist keine andere Hilfe zu erwarten, mit
dem rechtzeitigen Eintreffen der Polizei ist nicht zu rechnen, die Absichten des Täters sind klar. Du hast keine
Panik gekriegt, siehst voll durch und bist zwar angespannt aber nicht mehr zu überraschen. Verwirrungen kann es keine
geben, der Täter hat seine Tötungsabsich klar formuliert (was für ein „Glück“). Jetzt schreitet er zur Tat, du kannst
es verhindern aber er kommt dabei blöderweise um, weil er in seine eigene Waffe gelaufen ist. Diese Situation rechtlich
zu beurteilen steht nur der Gerichtsbarkeit zu. Aber du musst jetzt verstehen, das es Situationen gibt, so wie diese
spezielle hier, in denen getan werden muss was getan werden muss. Manchmal geraten wir an Leute die uns in Situationen
bringen, in denen wir nicht sein wollen. Und dann scheitert alles andere, es gibt nur noch den einen Ausweg.
Dann ist das eben so. Punkt. Weine niemandem nach der dich schädigen will, schädige aber niemand anderen wenn es sich
wirklich vermeiden lässt. Wenn du ausgeraubt wirst, dann sei nicht so kerndämlich und spiel den Helden. Gib ihm
das scheiß Geld und gut ist. Wenn er aber auch noch ein bisschen Spaß in dir haben will, dann leg los. Dann zählt
ob und was du kannst. Und dein Gewissen darf dir da nicht im Weg sein. Konsequenzen kommen immer erst danach.
Sei dir dessen bewusst, lass dich davon aber nicht behindern. Handle gewissenhaft. Handle konsequent.

Einstellungssache

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