Von vielen belächelt und meistens auch verschmäht sind viele heimische
Pflanzenarten, welche allerdings schon seit Jahrhunderten bewährte
Heilpflanzen sind.Heute möchte ich einen kurzen Einblick in die
heimische Pflanzenwelt liefern und was man in Notsituationen als
ambulante Versorgung verwenden kann.
Dennoch sollte man sich, wenn man unterwegs starke Beschwerden hat, nicht
allein auf diese Pflanzen verlassen und so zeitnah wie möglich einen Arzt
aufsuchen. Denn falsch gedeutete Symptome können bei ebenso falscher
Behandlung ernsthafte Konsequenzen für dich haben.

Bäume

Fast jeder Baum, welcher in freier Wildbahn zu finden ist, hat nützliche
Eigenschaften.

Die Eiche

Jeder kennt sie, ob ihres harten Holzes oder der Symbolik, welche ihr
zugesprochen wird.
Die Rinde der Eiche ist voll von Gerbstoffen, welche sowohl gut gegen
Entzündungen als auch gegen Durchfall sind. Wie eine Eiche aussieht muss
ich dir hoffentlich nicht erklären. Beachten solltest du allerdings das,
wenn du die Rinde für ihre medizinische Wirkung nutzen willst, du auf
jeden Fall junge Äste hernimmst. Dies hat einen ganz einfachen Grund:
alte Eichenrinde ist hart, wohingegen die jungen Triebe eine weiche
Rinde besitzen, die sich viel leichter bearbeiten lässt.
Die enthaltenen Wirkstoffe nutzt du am besten, indem du die Rinde in kleine
Würfel schneidest und dir einen Tee daraus machst. Hierzu setzt du die Rinde
in kaltem Wasser an und kochst dieses kurz auf. Wenn du diesen Tee in
mäßigen Dosen zu dir nimmst, kannst du endlich runter vom Schacht und
Richtung Arzt oder nach Hause laufen.
Zusätzlich kann in Zeiten von Nahrungsmangel die Eichel zu einem Mehl
gemahlen werden und mit Wasser zu einem nahrhaften, stärkehaltigen Brei
vermengt werden. Nicht grade feine Küche, aber ausreichend um dich am
Leben zu erhalten.

Die markanten Eicheln und Eichenlaub
Die Weide

Dieses missmutig aussehende Bäumchen, welches gebückt in der Landschaft steht
hat es in sich. Nicht nur spendet es an malerischen Flusslandschaften einen
netten Schatten, sondern hat auch noch wirkungsvolle Inhaltsstoffe.
Die Rinde dieses Baumes zeichnet sich durch fiebersenkende, entzündungshemmende
und schmerzlindernde Eigenschaften aus. Du willst Aspirin wie deine Vorfahren
verwenden? Nimm Weidenrinde!
Hierzu nimmst du im Gegensatz zur Eiche nicht frische Triebe her, sondern
Zweige, welche schon ein bis zwei Winter auf dem Buckel haben. Diese Rinde
nimmst du nun her und machst wieder einen Tee daraus. Wenn du alles richtig
gemacht hast, heißt es Kopfschmerz, Rheuma und Fieber „Auf Wiedersehen“ und
kannst deinen Trip fortsetzen.

Eine Weide auf einer Weide

Blumen, Kräuter und Sträucher

So wie Bäume haben auch andere Pflanzen neben optischer Schönheit auch
praktische Wirkungen. Wenn man denn weiß wie man diese nutzen kann.

 

Arnika

In früheren Zeiten war diese Pflanze die eierlegende Wollmichsau und wurde für
alle Beschwerden verwendet, welche nicht Niet- und Nagelfest waren. Dies hat
sich im Laufe der Zeit allerdings geändert, da man irgendwann festgestellt hat,
das Tees und sonstige verzehrende Anwendungen Giftstoffe im Körper freisetzen
welche sich etwas problematisch auf deinen Herzrythmus auswirken können. Deshalb
verwende Arnika nur in äußerlichen Anwendungen.
Du kannst die Arnika Blütenblätter mit Speichel oder Wassser vermengen und den
entstehenden Brei auf Wunden, Insektenstiche und Prellungen auftragen. Die
Wirkung beinhaltet anibakterielle und schmerzlinderne Effeckte welche dir das
Leben um einiges erleichtern können, wenn du eine Verletzung davonträgst.
Zu erkennen ist die Arnika an den „gerupft“ wirkenden dottergelben Blüten, da
diese keine gleichmäßige Anordnung der Blütenblätter aufweisen. Zudem sind
an den behaarten Stängeln nur ein bis zwei Blattpaare vorhanden.
Durch die starke Verwendung in früherer Medizin ist diese Pflanze außerhalb von
Gärten fast nur noch im Alpenraum zu finden.

Eine markante Arnikablüte
Schafgarbe

Eine Pflanze, welche schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze benutzt wird und
vor allem dann hilft wenn du keinen Appetit hast oder das Gefühl hast, das dein
Magen nicht richtig arbeitet. Denn die enthaltenen ätherischen Öle regen sowohl
den Appetit als auch die Speichel- und Magensäureproduktion an. Um die Effekte
nutzen zu können machst du dir einen Teeaufguss aus den Blüten dieses Krautes.
Zu erkennen ist die Pflanze an den großen, weißen Blütenteppichen die sich am
Ende der Stiele befinden.

Die weiße Blütendecke der Schafgarbe
Brennessel

Die Brennessel, die wortwörtliche Geißel eines jeden Kindes aufgrund von
Streichen und überbewerteten MMutproben. Während dieses Kraut zu den wohl
unbeliebtesten Pflanzen Deutschlands zählt ist die wohltuende Wirkung nicht
außer Acht zu lassen. Denn sowohl bei Entzündungen als auch bei Beschwerden
beim Wasserlassen verspricht dieses „Unkraut“ Linderung.
Bei der Einnahme als Tee werden sowohl für Entzündungen zuständigen Enzyme an
der Ausschüttung gehindert als auch der Harndrang angeregt. Dies führt im
wortwörtlichen Sinne dazu das Entzündungen und Infektionen im Harnkanal weggespült
werden.
Bonusfakt: Die unangenehmen Nesselkapseln, welche für das lästige Brennen
verantwortlich sind sitzen nur an der Unterseite der Blätter. Mit anderen Worten,
solange du nur die Oberseite anfasst wirst du rein gar nichts abbekommen.

Blätter der Brennessel
Spitzwegerich

Der Spitzwegerich ist eine verbreitete Wiesenpflanze in unseren deutschen Landen
und hat mehrere heilende Eigenschaften die du dir zunutze machen kannst.
Wenn du die Blätter im ganzen oder als Brei auf eine Wunde auflegst entfaltet sie
ihr volles Potential. Demm ebenjene Blätter zeichnen sich durch eine antibakterielle,
entzündungshemmende und blutstillende Wirkung aus.
Als Tee verwendet, dienen die Blätter zur Behandlung von Husten und anderen
Atemwegserkrankungen. Zwei bis drei dieser Tees pro Tag und es geht dir als ob du
Hustensaft aus der Apotheke verwendet hast.
Zu erkennen ist die Pflanze an ihren hohen, weißen Blütenkörben die und
namensgebenden flachen, spitzen Blätter.

Die spitzen Blätter und hohen Blütenkörbe des Spitzwegerich

Alle zu äußerlichen Verwendung gedachten Pflanzen können in Form einer Tinktur haltbar
gamacht werden und so auch außerhalb der warmen Jahreszeiten verwendet werden. Für die
Tees dieser Aufzählung funktioniert es gut die Pflanzenteile zu trocknen, zu mahlen und
in kleinen Beuteln im Gepäck mitzuführen.

 

Du siehst also, das des Buschmannes Medizin nicht nur in Form von teueren Präperaten
kommen muss.

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