Kommt her liebe Kinder, Onkel Thomas erzählt euch nen Schwank
ausser Jugend. Spaß beiseite, heute geht es darum wie ich
mich dazu entschieden habe etwas für mich zu tun und wie das
Training bei Henry mich bereits geformt hat und das auch weiter-
hin tut.

Wie kam es dazu?

Wie das meistens so ist, kennt man jemanden der schon dabei
ist und entscheidet sich dazu mitzumachen. In diesem Fall war
das meine Exfreundin. Der anfängliche Gedanke dadurch mehr
Zeit zusammen zu verbringen ist schnell in den Hintergrund
gerückt und es kam persönliches Interesse dazu. Sport hatte
ich vorher seit meiner Kindheit nicht mehr gemacht und sah auch
dementsprechend aus. Meister Wampe, keine Schultern und kein
Kreuz. Klar, das kann man auch ausgleichen, wenn man zweimal die
Woche in der Muckibude verschwindet. Aber dafür war ich nie
der Mensch.

Der erste Eindruck

Am Anfang war es definitiv merkwürdig. Frisch von der Bundes-
wehr abgelehnt, Selbstwertgefühl ganz unten und nur am zweifeln.
Dann steht ein Mensch vor dir, der einen halben Kopf größer und
doppelt so breit ist wie du. Jemand dem du im Dunkeln nicht
begegnen willst, nicht auf der Straße und erst recht nicht
zuhause. Diesem Menschen ist es vollkommen egal wie du aussiehst.
Es juckt ihn nicht. Er jagt dich. Drückt dir einen Bulgarian Bag
in die Hand und sagt: mach! Zeigt dir die Kettlebell. Zeigt dir
die Übung und sagt wieder: mach! Er beobachtet dich, wie du dich
mit Gewichten abmühst die für dich ungewohnt sind. Er sagt dir
was du falsch machst und wenn du aufhörst obwohl du noch kannst
verpasst er dir den Einlauf deines Lebens. Nicht weil du ihn
enttäuscht hast, sonder weil du dich selber verrätst. Und er
erkennt, wenn du dich nur ausgepowert stellst. Das Ergebnis davon:
Du lernst wieder kriechen. Nicht weil das eine besonders schöne
Art der Fortbewegung ist, sondern weil deine Beine und dein Kreuz
dir den größten Mittelfinger der Geschichte zeigen.

Und dann?

Wenn du denkst, das du die Phase der Schmerzen hinter dir hast,
dann hast du dich getäuscht. Schonmal mit 25 Kilo aufn Schultern
mehrfach um nen Sportplatz gerannt, ohne das gewohnt zu sein?
Ist schön. Schön anstrengend. Wenn du deine Runden geschafft hast,
dann hast du Bodenpause. Ruhe für die Beine. Und die Möglichkeit
den Wichser für sein Gewicht zu verprügeln. Eine ganze Weile lang.
Nach fünf solcher Durchgänge entdeckst du Muskeln von denen du nie
gedacht hättest, das es die hinterm Hohlkreuz links überhaupt gibt.

Was hast du jetzt davon?

Gute Frage Timmy! Davon bekommst du Muskeln die du nie wirklich
verlierst. Ich habe über ein Jahr kein Training gemacht, aber als
ich vor kurzem wieder angefangen habe, habe ich festgestellt, das
die Muskeln noch da waren. Klar, mein Körper hat mich fragend
angeschaut, was der Mist schon wieder soll, aber das war nur weil
ich die Bewegung an sich verlernt habe. Und so stecke ich derzeit
in einer ziemlich unangenehmen „Eingewöhnungsphase“. Der Zeitraum
in dem ich mich fühle als ob ich nen LKW mit Kuschelbedürfnis
umarmt habe wird nach jedem Training kürzer.
Ein ziemlich angenehmer Nebeneffekt ist zudem, das du dich selbst
in Zeiten des schlimmsten Muskelkaters fühlst wie auf Wölkchen
Nummer irgendwas. Es fühlt sich genial an. Du winselst, aber fühlst
dich gut.
Und das ist entscheidend für mich. Nicht nur der Kraftzuwachs und
ein schöneres Körperbild. Ich fühle mich nach einer Trainingseinheit
tot und gleichzeitig so lebendig wie sonst nie.

Sonst noch was?

Na aber noch jede Menge. Denn du stellst ganz schnell fest das die
Bewegung nicht das einzige ist, was wichtig ist. Jeder der in Bio in
der Schule etwas aufgepasst hat, weiß wovon ich spreche. Von deiner
Ernährung. Als ich mit dem Training angefangen habe, habe ich mich
auch weiterhin ernährt wie der letzte Fettsack. Erkennt man daran,
das ich nie irgendwas von meinem Bauch effektiv verloren habe. Ich
hatte einen Kraftzuwachs, was aber nicht schwierig ist wenn man bei
quasi null startet. Aber es wird schwer. Sehr schwer. Die Ergebnisse
bleiben irgendwann einfach aus. Also musst du deinen inneren Hund
vom Schwein überwinden. Mit normaler Brot, Chips und Eistee Diät
hast du irgendwann kein weiteres Wachstum. Denn was ist besonders
gut wenn du Muskeln aufbauen willst. Richtig, Proteine. Jetzt gibt
es ja Menschen, die sagen, das man wenn man seine Kalorien richtig
über den Tag verteilt aufnimmt, nur relativ wenig Protein benötigt.
Du merkst selber, das wenn du nicht schon als Lauch deine Nahrungs-
ergänzungsmittel nehmen möchtest, du diesen Abschnitt vergessen
kannst. Wenn du normale Fitness erreichen möchtest, dann kommst du
damit wahrscheinlich trotzdem gut weg. Doch ich mache das Training
ja auch für einen Kraftzuwachs. Und so habe ich mir, auch ohne
Training angewöhnt eine gesunde Ernährung zu bevorzugen. Denn
ansonsten fängt dein Körper irgendwann an zu sagen:
Alter, ich bekomme nicht genug Mampf, ich fress jetzt meine Muskeln.
Und jetzt, wo ich das Training wieder mache, schreit der Körper um
so mehr nach der richtigen Nahrung. Und die richtige Nahrung sind
nun einmal Proteine und alles was dir die sonst wichtigen Stoffe
liefert. Und es ist nicht alles Hühnchen was sich Protein nennt. Du
kannst auch mit diesem Ernährungsstil abwechslungsreich kochen. Also
hast du, außer wenn du Veganer bist, keine Ausrede um dich vor gesunder
Ernährung zu drücken.
Schnell gelernt und nie vergessen:
Selbst wenn du eine gesunde Ernährung schiebst, du musst nicht auf
den geilen Scheiß aus dem Supermarkt verzichten. Leben kannst du
trotzdem noch. Eine Tüte Gummibärchen wird dich nicht töten und
deinen Organismus auch nicht kollabieren lassen.

Probleme

Klar gibt es auch Dinge die nicht schön sind. So der ständige Zwang
an mich selbst das Training durchzuziehen. Ich bin ein von Natur aus
fauler Mensch und dennoch ringe ich mich immer wieder dazu durch die
Anstrengungen auf mich zu nehmen. Der Gewinn ist einfach zu groß um
auf Ewig faul zu sein.
Ein anderes Problem, das nicht mentaler Natur ist, sind meine Daumen
und verhältnismäßig kleinen Finger/Hände. Die Evolution hat sich was
dabei gedacht, das wir Daumen mit zwei Gliedern haben. Und da das bei
mir ein bisschen anders ist, tut sich das Problem auf, wie ich mit
Gewichten trainiere. Wie willst du eine Kettlebell oder eine Lang-
hantel ordentlich benutzen, wenn du die Hände nicht einmal richtig
darum schließen kannst?
Du musst den Schwachpunkt irgendwie ausgleichen. Das ist aber gar
nicht mal so leicht. Bei Übungen mit der Kettlebell liegt das Ende
einer Übung meistens nicht daran das Arme oder Schultern schlapp machen,
sondern das meine Hände sich nicht mehr schließen lassen. Und wer will
schon ein massives Stück Gusseisen quer durch sein Wohnzimmer sausen
sehen?

 

Im Groben und Ganzen ist das Training was ich mache erfüllend, aber
nicht ohne Schmerzen und sonstige Leiden. Wie bereits erwähnt, meistens
muss man sich nur überwinden, oder jemanden haben, der die richtige
Arschtrittmotivation liefert.

Trainingserfahrung

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