Asien. Ein Kontinent mit vielen Facetten und vielen Erfindungen um sich gegenseitig
auf die Mütze zu geben. Heute geht es um eine dieser Erfindungen, die Pana Schleuder.

Was ist eine Pana Schleuder?

Das Wort Pana kommt aus dem Philippinischen und bedeudet soviel wie „Kumpel“. Ein
passender Name, da die Schleuder nicht groß ist und in so ziemlich jede Hosen-
tasche passt. Ein stetiger verlässlicher Begleiter.
Die Philippinos benutzten diese Schleuder ursprünglich zum jagen und im Kampf,
da aber die private Nahrungsbeschaffung auch in den hinteren Ecken der Welt
mittlerweile über den Markt führt, wird sie heutzutage hauptsächlich von
Kleinkriminellen und Jugendbanden verwendet.

Geschichte

Über die weit zurückliegende Vergangenheit kann man ziemlich wenig sagen, allerdings
ist anzunehmen, das die Pana Palad(so der eigentliche Name) schon mehrere Jahrhunderte
benutzt wird. So wird sie in dem elften der zwölf Abschnitte für Kali erwähnt wird.
Bekannt wurde sie eher in jüngerer Geschichte, in der sie sich als Gefängniswaffe
etabliert hat. Das sie eben so leicht zu verstecken ist, war der Sprung in die Welt
von Kriminellen wohl nicht überraschend.

Was du brauchst

Für eine Pana benötigst du nicht viel wenn dir einfach reicht. Die meisten Materialien
kommen in einem normalen Haushalt vor, weshalb die Schleuder sehr leicht und günstig
herzustellen ist. Du benötigst:

Materialien:

– Holz
– Gummiband/Fahrradschlauch
– Draht/starke Schnur
– Klebeband(am besten Panzertape)
– dicke Nägel(als Pfeile)

Werkzeug:

– Säge
– Messer
– Hammer
– Feile
– für Faule ne Flex

Für Leute mit höheren Ansprüchen gibt es natürlich zahllose Teile, die mit anderen
Materialien umgesetzt werden können.

Z.B.:

– ein Stück Alu(um den Griff leichter zu machen)
– poliertes Messing(macht das Ding zu einem Meteor Hammer mit Gummi)
– Theraband(für mehr Wumms)
– Messing-/Stahlring(anstelle der Schlaufe)

Mit anderen Worten, du kannst dir das Ding fancy wie Sau machen. Wenn du willst.

Der Bau

Als erstes machen wir uns an den Griff. Der Griff benötigt die meiste Arbeit, da du
dein Holz zurechtsägen musst um die richtige Größe zu bekommen. Aber damit ist der
Griff noch nicht fertig. Nein, du brauchst noch eine Kerbe. Diese muss nicht allzu
groß sein, da sie bloß als Fixierhilfe für das Gummiband dient.
Wo wir grad vom Gummiband reden, das braucht die richtige Größe, damit du damit
überhaupt etwas rumballern kannst. Das kann je nach Gummiband und deiner Zugstärke
variieren, aber grob über den Daumen gepeilt benötigst du eine Unterarmlänge von
deinem Gummiband. Je nachdem wie stark du bist, kannst du das Band ja auch mehrlagig
verwenden um die Wucht zu erhöhen, mit der du das Geschoss bewegst.
Nun packst du das Gummiband über die Kerbe und lässt am besten ein Stück über. Das
Ganze fixierst du jetzt mit Schnur an der Stelle der Kerbe, schlägst das überstehende
Ende um und machst das ganze gut mit Panzertape fest.
Am anderen Ende des Gummibandes befestigst du nun eine Schlaufe aus Draht oder fester
Schnur. Machst du am besten wieder mit Schnur und Panzertape fest. Hier würde ich mich
wirklich nicht alleine auf Panzertape verlassen, da das Gummiband beim Spannen arbeitet
und du willst ja nicht, das sich die Öse lockert und dir das Gummiband unkontrolliert
um die Ohren saust. Kann mal ins Auge, oder an den Vordermann gehen.
Tadaaa, fertig ist deine eigene, niftige Schleuder.

Der Pfeil

Der Pfeil ist anders als ein normaler Pfeil. Während es äußerst selten vorkommt, das
ein Pfeil, der von einem Bogen abgeschossen wird einen Widerhaken besitzt, ist dies
bei einem Pana-Pfeil der Fall. Allerdings nicht zwangsweise um unglaublich gemein zu
sein, sondern damit der Pfeil an der Öse von der Schleuder eingehakt werden kann.
Auch die größe des Pfeils ist besonders, da er eher Ähnlichkeit mit einem Blasrohr-
Pfeil hat. Zur Herstellung eines Pfeils eignen sich stärkere Nägel besonders gut, da
sie leicht zu bekommen sind und nicht zu schwer sind um von der verhältnismäßig kleinen
Pana abgeschossen zu werden.
Um den Nagel abschießen zu können musst du ihn aber noch bearbeiten, da wir ja den
Widerhaken brauchen. Hierzu schlägst du die Spitze platt, und zwar so, das sie eine
starke Ausdehnung an der einen Seite des Pfeils hat.
Jetzt greifst du dir eine Feile oder eine Flex und arbeitest den Widerhaken aus.
Alternativ(wie bei unserem Beispiel) reicht es auch, wenn du besonders starke Nägel
verwendest, den Widerhaken gleich in den Nagel zu machen. Da sparst du dir einen
ganzen Arbeitsschritt. Aber du wirst Dachnägel benötigen, die du wahrscheinlich eher
weniger zuhause hast.
Als letztes fehlt noch die „Befiederung“. Die machst du am leichtesten mit Schnur und
Panzertape, wie auf dem Bild. Ist nicht schwer, geht schnell und stabilisiert den Flug
gut genug für die kurze Reichweite der Pana.
Fertig.

Die Benutzung

Die Schleuder assoziiert bei der Benutzung einen Bogen, da man sie auf dieselbe Art und
Weise spannt. Der Unterschied besteht bloß darin, das die Kraft nicht aus den Armen eines
Bogens über die Sehne auf das Geschoss übertragen wird, sondern von(einem zugegebenermaßen
schwachen) Kraftmedium(der Gummi) direkt auf das Geschoss.

Wenn du dich nicht vollständig blöd anstellst, wirst du damit zum heiligen Bushcrafter,
Schrecken aller Eichhörnchen und Kleintiere. Was du aufgrund bestehender Gesetze zum Thema
Jagd in Deutschland nicht tun solltest. Und da eine ziemlich hohe Verletzungsgefahr besteht
solltest du das Ding nicht auf Menschen richten. Am Kopf oder Torso kann das ganz schnell
tödlich enden.

 

Pana Schleuder

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