Vor einigen Wochen bin ich wieder einmal über eine entscheidende Frage
gestolpert. Freiheit oder Sicherheit?
Es ist immer wieder überraschend, wieviele Leute mit Freiheit antworten
ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was das eigentlich
bedeutet.
Deswegen behandelt der heutige Beitrag diese Thematik um gewisse Dinge
klarzustellen. Zuerst einmal will ich klären, wie ich diese Begriffe
auffasse, damit wir hier auf einem gemeinsamen Nenner starten.

Was ist eigentlich Freiheit?

Freiheit ist ganz rudimentär gesagt der Zustand, das jeder machen kann,
was er will. Egal wer er ist, oder was er vorhat. Klingt auf den ersten
Blick nach einem Utopia, oder?
Aber auch nur auf den ersten Blick, denn diese Freiheit ermöglicht es
ebenfalls jedem, ungestraft die schlimmsten Dinge zu verüben. Und das
ganz ohne irgendwelche Folgen, es sei denn jemand übt Selbstjustiz. Aber
auch diese Selbstjustiz wäre eine Einschränkung der Freiheit des gerade
erwähnten „Bösewichts“. Da der „Bösewicht“ allerdings auch Leuten durch
seine Aktionen ihre Freiheit geraubt hat, sind wir in einem Zyklus aus
Gewalt und Unfreiheit.
Daraus ergibt sich der Fakt, das wahre Freiheit nicht existieren kann,
da irgendwer immmer da ist um anderen ins Müsli zu pissen.

Was ist eigentlich Sicherheit?

Sicherheit ist das fast genaue Gegenteil von Freiheit. Zumindest wirkt es
so. Denn bei absoluter Sicherheit ist es nahezu unmöglich jemand anderen
Schaden jedweder Art zuzufügen. Denn Sicherheit ist die Gewissheit, das
die Werte und das Wohl eines Menschen nicht gefährdet sind. Ein extremes
Beispiel, das immer wieder in die Diskussion eingebracht wird ist das Buch
„1984“ von George Orwell. Das System im Buch ist allerdings keine Sicherheit.
Da jeder über jede Vernunft hinaus überwacht wird und selbst kleine
Abweichungen auf das härteste Bestraft werden. Deswegen bin ich kein Freund
davon diesen Vergleich zu benutzen.

Was bedeutet das?

Den Gedanken den ich hiermit vermitteln möchte ist, das sowohl Freiheit als
auch Sicherheit zwei Seiten einer Medaille sind. Jedwedes dieser Extrema setzt
vorraus, das die Bevölkerung sich vollkommen darauf einlässt und niemand
überhaupt das Bedürniss hat über die Stränge zu schlagen. Was uns zu der
Hauptaussage dieses Textes führt:
Menschen sind für keinen dieser beiden Zustände zu gebrauchen, da Freiheit in
hemmungsloser Anarchie enden würde, in der die Starken oder Charismatischen
unweigerlich die Fähigkeit erlangen würden über ihre Mitmenschen zu entscheiden.
So würde schon nach kürzester Zeit die Freiheit, welche man mit diesem System
hervorgebracht hat, ausgehebelt sein.
Sicherheit allerdings würde in der Anfangsphase wahrscheinlich sehr gut
funktionieren, da jeder friedliche und unbescholtene Mensch ohne Angst leben
könnte. Dies kann sich allerdings sehr schnell umkehren, da dieses System der
Sicherheit von irgendjemandem am laufen gehalten werden muss. Und da Menschen
nicht perfekt sind und oftmals auch sehr eigennützig, wird irgendwann der Teil
der Menschheit, welcher die Schmiere in diesem System ist, die Macht zu schätzen
lernen und diese dann auch missbrauchen. Dieser Missbrauch führt zu Willkür und
damit unweigerlich zu einem Aufstand, oder einem totalitären System. Beides
gehört nicht zu den Dingen, die Menschen Sicherheit bietet.

Und wie funktioniert unsere Gesellschaft dann?

Die Antwort wird sich jeder denken können:
Durch Abstufungen zwischen den beiden Extrema. Namentlich sind das Gesetze und
gesellschaftliche Normen. Ohne diese wäre es nicht möglich, das Menschen in großen
Systemen, wie z.B. Staaten zusammenleben.
Jedes Gesetz zwängt die Freiheit eines Menschen Stück für Stück ein, dafür wird
allerdings eine Sicherheit gewährt, die aber auch gleichzeitig die Freiheit von
anderen Menschen sichert.
Nehmen wir als Beispiel(Achtung, ein Flashback in den Geschichtsunterricht folgt)
die Weimarer Republik. Die Weimarer Republik hat Freiheit der Bürger über viele
logische Einschränkungen gesetzt. Dies hat zu der wunderbaren politischen
Situation geführt, deren Nachwirkungen wir noch heute spüren. Selbst
größere Revolutionen wie der Ruhraufstand von 1920 wurden zwar brutal zerschlagen,
aber die politische Bewegung dahinter wurde trotz eindeutiger Verbindung nicht
verboten. Der Putsch in München hatte genauso geringe Konsequenzen. Selbst die
Dratzieher bekamen nur geringe Strafen und mussten diese mitunter auch nicht voll
absitzen. Wieder wurde die politische Bewegung dahinter nicht illegal gesprochen.
Nur die Partei aufgelöst. Dies ermöglichte die weiteren Konflikte in den folgenden
Jahren. Kommunisten gegen Faschisten. Die Auseinandersetzung wurde bei Morden
nicht gebilligt, aber „kleinere Reibereien“ wurden einfach übergangen, da es die
Freiheit der Bürger war für ihre Ideale einzustehen. Diese Nachlässigkeit gegen-
über beiden extremistischen Parteien, ermöglichte die Machtausweitung dieser und
schließlich auch die Machtübernahme der Nationalsozialisten.
Hätten die, zugegebenermaßen schwachen, Regierungen der Weimarer Republik nicht
den Aspekt der Freiheit über die Sicherheit gestellt, wäre die Geschichte vielleicht
anders verlaufen.

Aber das ist doch lange vorbei!

Ja ist es, die Zeiten ändern sich, aber Menschen bleiben gleich. Allerdings wird die
Rechtssprechung in diesen Fällen zumeist effektiver und präziser. Von „Ermittlungspannen“
mal abgesehen ist die Überwachung rechtsextremer Gruppierungen viel höher als die von
linksextremen. Ein Punkt der von vielen angeprangert wird, aber seine Gründe hat.
So vorsichtig wie man das sagen kann, haben die linksextremen Gruppierungen seit den
Zeiten der „RAF“ erstaunlich wenig zur Gefährdung der Freiheit und Sicherheit von Bürgern
beigetragen. Es ist zwar überhaupt nicht gut Steine auf Polizisten und Brandsätze auf
geparkte Autos zu klatschen, aber eine verhältnismäßig harmlose Aktionskurve. Wenn man
stattdessen brennende Asylunterkünfte und eine jahrelang agierende Terrorzelle mit
mehreren Todesopfern sieht, wird einem bewusst, warum Staatsdiener das linke Auge
öfter verschließen als das rechte. Denn die hauptsächliche Bedrohung für die Freiheit
und Sicherheit von Menschen geht von der rechten Seite des extremen Spektrums aus.
An dieser Stelle beende ich den politischen Exkurs und stelle klar, das ich weder rechts
noch links orientiert bin. Ist mir einfach zu blöd.

Wo besteht da jetzt die Verbindung zu mir?

Im Grunde genommen überall. Du magst vielleicht nicht politisch orientiert sein, aber als
Prepper stehst du ganz oben auf der Liste potenzieller Gefährder. Und ich gehe mal davon
aus, das die meisten Leser sich als Prepper sehen.

Warum gelte ich als Prepper als gefährlicher?

Siehe es aus der Sicht des Staates: Eine lose vernetzte Gruppierung, die sich meistens in
geschlossenen Social-Media-Gruppen über alles möglich nützliche für nach der Apokalypse
unterhält. Hier treffen Menschen aufeinander, die einfach nur irgendwie überleben können,
ohne das sie sich dabei auf eine funktionierende Gesellschaft verlassen müssen und andere.
Namentlich Idioten die laut rumkrakehlen das sie jetzt eine Schusswaffe haben und wie sie
damit am besten Zombies/Menschen umnatzen können wenn alles den Bach runtergeht. Oder am
besten noch fragen wie man leicht an Sprengstoffe rankommt usw..
Zum einen ist es das Recht von jedem, sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Andererseits
ist es nicht das Recht eines jeden gegen Geschichten wie das Sprengmittelgesetz zu verstoßen.
Ein Gesetz, das genau dazu da ist um die Freiheit und Sicherheit der Allgemeinheit zu
sichern. Und in solche Zonen gerät man als Prepper sehr leicht hinein wenn man auf alles
vorbereitet sein will.
Und wenn wir uns jetzt vorstellen das ein Mensch mit präzisen Kenntnissen zur Herstellung
von IED’s(Improvised Explosive Devices/Improvisierte Sprengsätze) sich vielleicht von der
Annahme das alles den Bach runtergeht entfernt und zu dem Schluss kommt das diese Situation
besser wäre und den Bach entfesseln will. So landet man auf einer Liste, wenn man seine
legalen Grauzonen in die Öffentlichkeit brüllt.
Deswegen werden wir nie eine Anleitung für Spreng- oder Brandmittel veröffentlichen, da
jeder der den Scheiß machen will, das auf seine Kappe nehmen kann.

Ein letzter Exkurs:

Eine Doppelzüngigkeit, die mir in den letzten Jahren immer weiter auf die Ostereier geht.
Ganz ohne meine eigene Meinung zu dem Thema einzubringen:
Es gibt ja Leute die unbedingt die Grenzen dichtmachen wollen um der Flüchtlingskrise Herr
zu werden. Dies sind aber auch oftmals Menschen, die sehr auf Freiheit aus sind oder damit
Freiheit schützen wollen. Und hier kommen wir an eine leichte Doppelmoral.
Grenzschließungen sind Einschränkungen in der Freiheit von Menschen zugunsten von Sicherheit.
Denn laut allgemeinem Gedankengang: Keine Flüchtlinge=Keine Terrorgefahr. Ist zwar Bullshit,
aber dennoch besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden Dingen.
Da die Terrorgefahr auch weiterhin bestehen würde, wäre das nur ein notwendiger Schritt. Der
nächste Schritt wäre eine weitgehende Überwachung von Menschen um Gefährder zu erkennen. Und
das ist immer ein unbeliebtes Thema.
Was ich hiermit sagen möchte, man kann für eine Sache sein, aber es ist nicht richtig die
Einschränkungen die sich daraus ergeben nur bis zu dem Punkt zu akzeptieren bis sie einen
selbst betreffen und dann dagegen wettern.

Abschließende Worte:

Gerade in naher Zukunft, wird es aufgrund der voranschreitenden digitalisierung immer wichtiger
einen Standpunkt zu diesem Thema zu vertreten. Und bald sind wir an einem Punkt angelangt, wo
halbseidene Zwischenpositionen keinen Platz mehr haben. Dann muss man sich entscheiden wofür man
ist. Ein sichere Gesellschaft in der die Privatsphäre und damit die Freiheit eingeschränkt ist
(mit der Gefahr der vollkommenen Kontrolle), oder eine Gesellschaft ohne große Sicherheit, in der
die Freiheit an einer hohen Position steht.
Macht euch ne Platte wofür ihr seid, aber jeder sollte aufhören sich unrealistische Vorstellungen
zu machen.

Jedes dieser Worte ist meine persönliche Meinung und ich zwinge sie niemandem auf. Es ist bloß ein
Anstoß um jedem klarzumachen, das man definitiv mal Gedanken daran verschwenden sollte.

Freiheit oder Sicherheit

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