Selbstschutz. Ein Wort mit vielen Möglichkeiten.
Die Gesellschaft hat, vor allem in den letzen Jahren, eine viel größere
Aufmerksamkeit in diese Richtung gewendet.

Aber was ist Selbstschutz eigentlich?

Selbstschutz bezeichnet die Fähigkeiten des einzelnen Menschen, sich selbst
in einer Notsituation helfen zu können. Dies schließt alle Notsituationen
ein. Sowohl Kriege als auch Unruhen, Katastrophen oder einfach nur Angriffe
auf das eigene Wohlbefinden.
Den heutigen Beitrag widme mich dem Aspekt des Angriffes auf das eigene
Wohlbefinden. Oder mit anderen Worten, ein böser Bursche des gewaltbereiten
Spektrums möchte dir auf dem Kopf rumlatschen weil du ihn schief angeschaut hast.
Was kann einem in so einer Situation helfen und was überhaupt nicht?

How to Bordstein fressen

Wie bereits erwähnt. hat die Gesellschaft innerhalb der letzten Jahre ein ganz
gewaltiges Interesse an dieser Chose entwickelt. Ein großer Teil der
angebotenen „Schutzmaßnahmen“ hilft dir nicht, oder macht die Sache sogar noch
schlimmer. Nimm als Beispiel den Beitrag zum Thema Messerangriff. Zu viele
wollen dir den wunderbar gefährlichen Kreuzblock als perfektes Mittel gegen
Stiche oder Stöße verkaufen und verdonnern dich damit zu einer mindestens
schmerzhaften, wenn nicht sogar tödlichen Erfahrung. Oder irgendwelche fancy
Bewegungsmuster mit Erfolgsgarantie, die dich sofort abnippeln lassen sobald
dich jemand angreift der über seine Taten nicht nachdenkt und rein impulsiv
handelt. Aber das ist auch nur ein Teil des Elends.
Weitere Teile der Selbstgefährdung sind:

– Gimmicks
– Waffen
– Dumm Fu
– Selbstüberschätzung

Gimmicks

„Was meinst du mit Gimmicks?“
Gute Frage, kleiner Timmy, Ich meine Taschenspielertricks wie Pfefferspray oder Taser.
„Aber jemand der von nem Taser getroffen wird, kippt doch um wie ein Sack
Kartoffeln!!!11!1!!1!!!“
Eben nicht. Oder nicht Zwangsweise. Bei zivilen Tasern/Elektroschockern gibt es
immer die Möglichkeit, das der Typ der sich auf dich zubewegt, nach kurzem
Zucken weiterläuft. Solche Menschen gibt es und nicht grade wenige.
Führt öfters mal zu toten Kriminellen in den USA, das sie durch das Tasern der
Polizei einfach unbeeindruckt bleiben. Das kann mehrere Gründe haben. Z.B.:

– wahnsinnig hoher Adrenalinspiegel
– Drogenkonsum
– vielleicht auch ne kleine Nervenstörung

Pfefferspray ist eine schwierige Geschichte, da es auch hier unterschiedliche
Arten von Menschen gibt. Grundsätzlich funktioniert Pfefferspray bei jedem. Kurz
nach der Benutzung fängt derjenige an zu heulen und zu husten. Infolgedessen hat er
eher weniger Lust dich zu vermöbeln. Aber ganz vorsichtig: Es gibt auch Menschen,
die durch Abhärtung, oder einfach weil sie in Rage sind, die Wirkung des Pfeffer-
sprays kurzzeitig ignorieren können. Das heißt für dich:
Verpass ihm die Flüssigwürze und gib Hackengas. Nicht gaffen, nicht zur Ruhe kommen,
sondern mit dem Adrenalinrausch abhauen.

Waffen…

Aus dem einen oder anderen Grund stieg die Beliebtheit privater Feuerwaffen in der
Bundesrepublik vor wenigen Jahren ziemlich an. Gegen Überfälle, Vergewaltigung oder
einfach nur das nervige Nachbarskind im eigenen Vorgarten. Aber eine Feuerwaffe ist
in Deutschland für den Selbstschutz nur bedingt geeignet. Und das sogar aus mehreren
Gründen:

– Waffengesetze
– mangelnde Erfahrung im Umgang
– falsche Vorstellungen im Bezug zur Verwendung

Was darf man in Deutschland nicht? Genau, ne geladene Waffe durch die Gegend tragen.
Zumindest nicht als einfache Privatperson. Deswegen sind sie schonmal denkbar schlecht
dafür geeignet um Angriffe auf der Straße abzuwehren. Denn was bringt dir etwas, das du
nicht dabeihast? Aber auch bei einem Einbruch bei dir Zuhause ist das egal, dadu Waffe
und Munition in zwei seperaten Schränken aufbewahren musst. Bis du feuerbereit bist, ist
dein Eigenheim zweimal leer und du hast fünf Kaffee mit dem unangekündigten Besuch getrunken.
Aber selbst wenn wir das mal außer Acht lassen, kann ein Laie in einer Angstsituation
die Waffe ziehen, entsichern, eine Mumpel in den Lauf holen und gezielt feuern, wenn
dafür maximal 1 1/2 bis 2 Sekunden Zeit sind? Eher nicht. Das erfordert Drill, Routine,
oder wie man es sonst nennen möchte.
Dazu kommt das sehr gerne die effektive Reichweite von einer Feuerwaffe falsch eingeschätzt
wird. Selbst für einen geübten Menschen ist es sehr schwer bei zehn Metern Entfernung einen
Angreifer abzuwehren. Denn sobald das ganze in den Nahbereich geht ist eine Feuerwaffe
nutzlos. Vergiss also Hollywood.
Und selbst wenn ich gnädig bin und wir sagen das Punkt zwei und drei kein Problem sind,
hast du dannach immernoch das Problem, das du der Polimannzei erklären musst warum du eine
geladene Waffe mit dir rumgetragen hast. Viel Spaß!

Dumm Fu

Der Abschnitt greift volle Möhre in den Stolz von Kampfsportlern. Tut mir fast schon leid.
Es soll ja Menschen geben, die nach fünf Jahren Kampfsport ne tolle Peilung haben wollen,
wie sie einem glasierten Kleinkrimminellen das Springmesser abnehmen können. Das ist eher
selten der Fall. Denn Kampfsport ist vor allem eines: ein Sport.
Und Sportarten folgen Regeln. Regeln, die du auf der Straße, in einer Gefahrensituation
nicht findest. Verteidigungsbereit in Sekundenbruchteilen und dann das richtige
Muskelgedächtnis haben um Angriffe abzuwehren.
Es ist zwar richtig, das bei vielen Kampfsportarten die Bewegungen zur Abwehr gegen eine
bestimmte Gefahr gedacht sind. Aber das bekommt der Schüler eher selten richtig beigebracht.
Es geht meistens nur noch um den Sport und nicht den realen Nutzen. Nur weil du ein
Kreismeister im Sonstewas bist, kannst du noch lange keine Gefahrenquelle ausschalten.
Dann gibt es da noch schöne Geschichten wie irgendwelche „Energie-Kämpfer“, die einen Gegner
ausschalten können wollen, ohne ihn zu Berühren. Die bekommen gegen echte Meister sehr schnell
auf die Fresse. Also sollte man sich nie von denen um den Finger wickeln lassen.

Selbstüberschätzung

Die größte Gefahrenquelle für den Selbstschutz ist Selbstüberschätzung. Das betrifft vor allem
die Leute aus dem letzten Absatz.
Und das wird in Zukunft immer schlimmer werden. Denn der Trend bei der Erziehung von Kindern
geht dahin, das egal wie schlecht das Kind ist, ihm oder ihr eingeredet wird das es nicht mehr
besser werden kann. Denn der kleine Sonnenschein ist ja so schon perfekt. Wenn so jemand, der
immer den Trostpreis-Pokal bekommen hat, aber zuhause immer erzählt bekommt wie perfekt er ist,
in eine schlimme Situation kommt, dann ist es vorbei. Denn er ist ja die eierlegende Wollmilchsau
unter den Menschen unserer Zeit. Tot. Fertig.

Was tun?

Seine eigenen Grenzen kennen und an diesen arbeiten. Die beste Option zum Selbstschutz wird fast
immer das Weglaufen sein. Es sei denn dein Verfolger ist ein Usain Bolt auf der schiefen Bahn.
Deswegen:
Geh den Gefahren so gut es geht aus dem Weg und kenne deine Grenzen. Denn nur so kannst du im
Ernstfall deine Lage auch richtig einschätzen.

Selbstschutz ohne Selbstschutz

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