In einer Krisensituation ist es oft erforderlich Nachrichten zu verbreiten oder Informationen weiterzugeben.
Da man normalen Kommunikationswegen dann oft nicht mehr trauen kann oder möchte, bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Weitergabe von Nachrichten und Informationen an. Einige, die ich dir heute aufzeige, sind:
  • der tote Briefkasten
  • autonome tragbare Filesharing-Systeme
  • tragbare selbstgebaute Kommunikationseinheiten auf der Basis von Einplatinencomputern
  • Kommunikation mittels Lasersignal

Klingt erstmal hart nach Jehms Bonnt. Ist es aber nicht. Diese nützlichen Kleinigkeiten lassen sich auch als Laie noch
anständig einrichten und vor allem nutzen. Wenn du dich da rantrauen willst, empfehle ich aber entweder gute
Englischkenntnisse oder ein ordentliches Übersetzungsprogramm. Und Zeit.

Der tote Briefkasten

Tote Briefkästen sind schon lange in Gebrauch. Der Ort des Geschehens ist nur Sender und Empfänger bekannt, teilweise sogar nur den Boten, die lediglich die eigentliche Nachricht übermitteln ohne ihren Inhalt zu kennen.
Nichteingeweihte können also im Idealfall nicht wissen oder er ist oder was sich dort befindet.
Und so läufts: Der Absender hinterlegt an vereinbarter Stelle eine Botschaft (Nachrichten, Informationen usw.) und hinterlässt dann an einer vereinbarten Stelle ein Zeichen (farbiger Stein, umgedrehte Getränkedose usw.), damit der Empfänger weiß das der Briefkasten aktiviert worden ist. Unter Umständen läuft das Ganze jetzt noch umgekehrt und sogar noch an anderer Stelle ab, so das ein Briefkasten niemals für beide Nachrichtenwege genutzt wird.
Sender und Empfänger können so sogar Nachrichten übermitteln ohne am selben Ort zur gleichen Zeit zu sein und müssen sich so nicht einmal kennen. Gerne benutzte Medien sind wasserdicht verpackte USB-Sticks, aber auch in Dead-Drop-Spikes verschraubte Botschaften auf Papier finden Verwendung.
Ein Deaddropspike

Die PirateBox

Die PirateBox ist eine tragbares elektronisches Gerät das aus einem WiFi-Router und einem Massenspeichergerät besteht. Man kann damit ein bewegliches Filesharing-system aufbauen, an dem sich jeder beteiligen kann der das Netzwerkpasswort kennt. Genaue Anleitungen zum Bau und zur Nutzung (Englischkenntnisse erforderlich) findest du hier:  https://piratebox.cc/
Das Gerät lässt sich problemlos selbst bauen, die Teile sind im Fachhandel zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Über die PirateBox lassen sich nicht nur Daten als solche teilen sondern auch Nachrichten übermitteln und direkt auf alle umliegenden Geräte verbreiten. Und das ganz ohne Internetanschluss. So lässt sich auch in einem Wohnblock noch ein komplett funktionierendes Datenübermittlungsnetz aufbauen.

Kommunikationsgerät Einplatinencomputer

Mit dem Raspberry Pi (und fast allen seinen Ablegern) kam 2012 ein Einplatinencomputer auf den Markt der völlig Open Source ist und mit dem Betriebssystem Raspbian fast genauso wie der eigene PC zuhause läuft. Der Raspi benötigt nur sehr wenig strom um zu funktionieren (Raspberry Pi 3 B+ läuft mit einer 10000 mAh-Powerbank etwa 30 Stunden) und kann so auch unterwegs  gut benutzt werden. Die neueren Modelle sind mit eingebautem W-LAN ausgestattet, es lassen sich diverse Programme benutzen und sofort installieren wenn man Internetzugang hat. Hat man sich einen Pi etwa mit einem GPS-Stick, Headset und Kamera eingerichtet und die Programme Mumble (ähnlich wie Discord für Windows), Foxtrot-GPS (Navigationsprogramm) und Guvcview installiert, kann man das Minigerät locker als Multifunktions-Kommunikationseinheit benutzen. Eine Kamera ohne IR-Filter kann mit einem IR-Handstrahler als Beobachtungsgerät für die Nacht verwendet werden.

Mittig: Raspberry Pi – Navigation, Kommunikation, Datenübermittlung LInks daneben: Raspberry Pi Zero W, die kleinere Variante

Nachrichten übermitteln per Lichtsignal oder Laser

Eine denkbar sehr einfache Methode um Nachrichten zu übermitteln ist es, einen Laser zu benutzen. Die lange Reichweite eines guten Laserpointers macht es für Mitgucker sehr schwierig, festzustellen wo genau der Punkt ist. Klatscht man ein gutes Fernglas mit einem guten Laserpointer zusammen und kaspert sich vorher mit dem Empfänger ab, wo genau zukünftige Nachrichten zu empfangen sind, kann man dann bequem mittels Morsealphabet kommunizieren. Nachteil ist, das es lange dauert und eine gerade, undurchbrochene Strecke benötigt. Man ist also unbeweglich und wenn man Pech hat, sitzt man aufm Präsentierteller. Vorteil ist, das ein Abfangen fast keinen Sinn macht wenn bereits Teile der Nachricht übermittelt wurden. Man könnte zum Beispiel für ein Startsignal Grün verwenden, wenn der Gegenpart mit seinem grünen Pointer bestätigt hat (Signal vorher absprechen) kann mit z.B. Rot übermittelt werden. Abgeschlossen wird dann wieder mit Grün.
Wurde die Nachricht nicht verstanden oder scheint fehlerhaft, kann der Empfänger ein rotes Signal senden.

Nachrichten verschlüsseln

Eins sei noch gesagt zur Verschlüsselung von Botschaften: Nehmt nur Verschlüsselungen die sicher sind. Solche einigermaßen sichere Verschlüsselungen wären ein anderes Schreibsystem mit sich nicht wiederholenden Symbolen, die Plaufair-Verschlüsselung oder eine Rasterverschlüsselung. Wenn du ein anderes Schreibsystem oder eine Rasterverschlüsselung benutzt, dann stell auch sicher das der Empfänger weiß, wie deine Nachrichten zu entschlüsseln sind. Sonst habt ihr beide am Ende nichts davon. Denk auch daran das kein Weg der Kommunikation wirklich sicher ist. Es gibt immer Möglichkeiten Nachrichten bei der Übermittlung zu kompromittieren oder schlicht und einfach zu zerstören. Ist die Nachricht nämlich nicht mehr da, nützt sie zwar auch dem nichts der sie unrechtmäßig haben will. Euch nützt sie aber auch nichts mehr und ihr geht bei erneuter Übermittlung hohe Risiken ein.
Nachrichten übermitteln

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