Prepping ist nie eintönig und vor allem eines:
nicht statisch.
Sollte es auch nicht. Denn wenn alles vorhersehbar und standartisiert wäre, dann würde es ganz fix obsolet erden und wir müssten uns nicht damit befassen.
Viele unterschiedliche Faktoren beeinflussen wieviel Planung, Aufwand und Entbehrungen man in seine Vorbereitung stecken muss.

Der Faktor mit dem wir uns heute befassen wollen ist:

Alleine oder gemeinsam

Hier scheiden sich die Geister massiv. Es gibt die einen, die den einsamen Wolf raushängen lassen wollen, welche die Kleingruppen bis zu fünf Mann bevorzugen und schlussendlich Leute die mit so vielen Menschen planen das sie sofort die Zivilisation 2.0 starten können.
Klar hat alles seine Vor- und Nachteile, so wie immer, aber was muss bei den einzelnen Szenarien besonders beachtet werden?

Robinson Crusnope

Das Single Prepping ist die simpelste Variante und zugleich die schwerste, die der gut vorbereitete Prepper wählen kann. Dadurch, das man nur die Versorgung für eine Person umsetzen muss, fällt die Planung auf den ersten Blick unkompliziert aus. Aber es ergeben sich andere Schwierigkeiten. Dazu aber später mehr.
Die Grundbedürfnisse
Ein Single Prepper läuft über kurz oder lang in die Problematik, auf was für einen Zeitraum er sich versorgen können muss.
– Nahrungsmittel
– Wasser
– Kleidung(je nach Jahreszeit)
Denn, wenn er sich vom Acker machen muss weil die Plünderer bedrohlich nahe kommen, dann bringt einem der Jahresvorrat an Konserven nichts. Er muss sich von Anfang an bewusst sein wie viel er über was für eine Strecke bewegen kann. Und hier scheitern die meisten Single Prepper: An Fehleinschätzungen.
In vielen Fällen an der eigenen Belastbarkeit.
Schon alleine der Wasservorat für fünf Tage wiegt bei einem Erwachsenen bei 10 Litern. Das sind 10 Kilo reines Gewicht. Dazu kommen dann noch die anderen Spielereien wie Essen, Kleidung und Ausrüstung.
Sonstige Bedürfnisse
Hier spielen Hygiene und Beschäftigung eine sehr große Rolle. Niemand möchte in seinen eigenen Fäkalien leben(abgesehen von einigen speziellen Individuen). Der Single Prepper wird, wenn er von einer festen Position aus agiert kein großes Problem damit haben seine Fäkalien zu entsorgen. Wenn er unterwegs ist, überhaupt keins. Denn die Ausscheidungen einer einzelnen Person sind nicht besonders viel. Ein besonders großes Problem bekommt der Einzelgänger wenn es um den Beschäftigungstrieb des Menschen geht. Wir sind ein Herdentier und mit vollkommener Isolation kommen die wenigsten zurecht. Wenn man nicht enorm psychisch belastbar ist, dann wird man sehr schnell wahnsinnig und verliert vielleicht sogar den Willen zu
überleben, was das Preppen obsolet machen würde. Hier muss mindestens mit Büchern wenn nicht sogar mit Musik geplant werden um dem Unterbewusstsein eine gewisse menschliche Bindung zu suggerieren. Nen Kartendeck bringt es dann einfach nicht.
Die Ausrüstung
Der einsame Wolf muss es irgendwie schaffen, die eierlegende Wollmilchsau zu werden, ansonsten schleppt er sich tot. Er muss sich im Bezug auf sein Werkzeug komplett bewusst sein was er damit machen kann. Werkzeuge mit mehreren Verwendungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Fencing Pliers spielen hier eine
besonders große Rolle. Die Schwierigkeit ist es sich nicht den allergrößten hochtaktischen Müll andrehen zu lassen der seine Aufgaben nicht richtig erfüllt, oder im schlimmsten Fall einfach kaputt geht. Bewegt werden muss das ganze auch noch, was einen  Rucksack unumgänglich macht.
Und der Single Prepper muss auch noch größer planen  als er es eigentlich notwendig hätte, da er, wenn er unterwegs etwas nützliches findet das ja auch irgendwie mitnehmen muss.
Fazit
Der Single Prepper ist entweder ein Mensch der sich seiner eigenen Fähigkeiten vollkommen bewusst ist, oder an grandioser Selbstüberschätzung leidet. Wie bereits erwähnt können die wenigsten ihre eigene Belastung richtig einschätzen. Die werden eines morgens aus dem Bett gestiegen sein, sich einen Kaffee und ein ordentliches Frühstück reingezogen haben und werden dann mit dem entsprechenden Gewicht am Körper losmaschiert sein. Dabei wird viel zu oft vergessen das man das auch in Zeiten mit wenig Essen/zu wenig Schlaf/hohem Stress oder allem gemeinsam schaffen muss.
Das geht nicht ohne Vorbereitung auf gezielt solche Szenarien.
Allerdings hat man auch den ungemeinen Vorteil, das man sich sehr leicht verstecken
oder auch untertauchen kann. Das Prepping in der Grupper erschwert dies ungemein.
Dazu kommt noch, das man sich nur eine entscheidende Verletzung zuziehen muss und es ist vorbei. Kein Sicherungsnetz das einen auffängt und niemand der einen wieder heile macht. Außer einem selber.
Single Prepping ist demnach eigentlich nur etwas für die härtesten Typen auf der Welt, die genau wissen wozu sie in der Lage sind und auch was sie nicht können.

Die Kleingruppenkarte ins Überleben

Eine Kleingruppe ist komplizierter zu planen als eine Solo Aktion. Es muss bedacht werden wer wie viel benötigt und wo überhaupt die Fähigkeiten der einzelnen Leute liegen. Dafür ergeben sich auch gewisse Vorteile die der Überlebenskünstler in Spe nicht auf seiner Seite hat.
Die Grundversorgung
Läuft grundlegend auf dasselbe hinaus wie beim Single Prepping. Man muss die Bedürfnisse der einzelnen  Gruppenmitglieder kennen, muss das Gewicht im erträglichen Rahmen halten und dabei mobil bleiben. Klingt identisch, oder?
Nicht ganz denn hier beginnen die Vorteile einer Kleingruppe. Das Gewicht einer einzelnen Ausrüstung fällt nicht so hart in die Planung ein, da die stärkste Person der Gruppe eine gewisse Last seiner Mitstreiter schultern kann. Zudem kann eine Aufgabenteilung die Belastung der einzelnen Gruppenmitglieder weiter verringern. Zum Beispiel beim Lagerbau:
der eine kümmert sich um die Sicherung der Lagerstelle, ein anderer beschafft Wasser, der nächste sammelt Feuerholz und so weiter.
Sonstige Bedürfnisse
Die Kleingruppe kommt im Bezug auf die Hygiene schon eher in Probleme als der Single Prepper. Für das regelmäßige Waschen wird mehr Wasser benötigt und die produzierten Exkremente verdreifachen sich im besten Fall. Das macht vor allem bei einer festen Operationsbasis auf Dauer sehr viele Probleme. Denn nichts schreit lauter „MENSCH!“ als eine Menge Scheiße an einem Ort. Um das zu vermeiden müsste man die Fäkalien auf eine große Fläche verteilen was den Aufwand erhöht. Aber auch wenn man unterwegs ist und eventuell vor jemandem flieht, dann sind die eigenen Ausscheidungen ein super Wegweise für den bösen Buben.
Die Kleingruppe punktet allerdings im Aspekt der Beschäftigung und der sozialen Interaktion. Man ist nicht alleine und kann sich mit den anderen über seine eigenen Probleme unterhalten, was für den Geisteszustand viel besser ist, als das man es in sich hineinfrisst.
Die Ausrüstung
Durch die größere Zahl an Menschen muss ein einzelner weniger spezialisiert auf bestimmte Dinge sein. Niemand muss zwangsweise das Alpha und Omega sein, da auch hier wieder die Aufgabenteilung greift. Der eine kann spezielles Werkzeug zum Öffnen von Türen dabeihaben, der andere Werkzeug zu Holzverarbeitung und so weiter. Dies entlastet den einzelnen, da er nur eine leichtere Grundausstattung dabeihaben muss. Auch hier muss im Bezug auf den Rucksack allerdings mit einigem an zusätzlichem Platz für eventuelle Fundstücke gerechnet werden.
Fazit
Die Kleingruppe ist gut, wenn man nicht alleine dastehen will und auch nicht die Fähigkeiten dazu hat, alles selbst machen zu können. Klar erhöht sich das Risiko entdeckt zu werden da man mehrer Personen hat und die auch miteinander reden, aber im Allgemeinen überwiegen die Vorteile.
Allerdings muss man sich gerade in so einer kleinen Gruppe blind auf die anderen verlassen können. So müssen die anderen in der Lage sein, einen Verletzen und dessen Ausrüstung über gewisse Distanzen zu bewegen ohne das sich alle zur Zielscheibe machen. Auch hier ist es überaus wichtig die Fähigeiten des einzelnen zu kennen und diese in die Planung mit einzubeziehen.

Die Kolonie

Wer die Zivilisation nicht missen will, aber trotzdem vorbereitet in den Untergang starten will, der plant mit vielen Menschen. Es sind enorme Anstrengungen damit verbunden eine Gruppe von 20Leuten zusammenzubekommen, einen gemeinsamen Plan zu erstellen und dann im Ernstfall auch noch zueinanderzufinden.
Die Grundbedürfnisse
Die Größe der Gruppe allein macht es schon zwingend notwendig mehrere Caches anzulegen, damit die Versorgung auch für lange Zeit gewährleistet ist. Denn wenn man viele Mäuler zu stopfen hat, frisst man sich im null komma nix durch sämtliche Nahrungsquellen in der Gegend. Auch muss besonderen Wert auf medizinische Versorgung gelegt werden, da es hier wahrscheinlich ist, das ältere Menschen oder Kinder der Gruppe angehören. Im Fall der Kinder muss man auch einplanen das diese noch im Wachstum sind und eventuell mehr Nahrung und größer werdende Kleidung benötigen.
Sonstige Bedürfnisse
Die Großgruppe läuft besonders im Bereich der Hygiene in riesige Probleme hinein. Die Menge der Fäkalien ist ohne sanitäre Grundversorgung schlicht zu enorm um diese wild in der Gegend zu verteilen. Wenn das Grundwasser zu nah an der Oberfläche liegt, dann können diese auch das Grundwasser verseuchen und man macht aus seiner Kolonie eine „Koli“nie. Das führt zu einer Situation, die jenseits von Scheiße liegt.
In Punkto Beschäftigung und Soziales ist die Großgruppe allerdings ganz weit vorne. Man hat viele
unterschiedliche Gesichter mit denen man sich unterhalten kann und hockt nicht immer auf denselben wenigen Leuten herum.
Fazit
Die Großgruppe punktet vor allem im sozialen Bereich, ist aber auch sehr gut dafür um für Sicherheit zu sorgen. Die Gruppe ist groß genug das man sich gegen vereinzelte Streithähne(sowohl von Innen als auch von Außen)  zur Wehr setzen kann und man kann, wenn es funktioniert, nach mehreren Jahren mit eine steigenden Anzahl an Menschen rechnen. Denn wenn Menschen nichts zu tun haben, dann machen sie ich ihren Spaß. Das führt zu Kindern und du hast vielleicht den ersten Schritt in Richtung postapokalyptische
Zivilisation getan.
Alle drei Systeme haben ihre eigenen Vor- und Nachteile und es liegt wie immer an jedem selbst zu entscheiden wie er sich vorbereiten möchte und was er für sinnvoll hält.
Alleine oder Gemeinsam

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