Minimalismus als Lebensstil, auch „freiwillige Einfachheit“, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Wir werden dich heute mal mit der Idee des Minimalismus als richtungsgebendes Element bei Prepping, Bushcraft und Survival konfrontieren.
Vielleicht gefällts dir ja. Wer jetzt mit wenig klar kommt, der vermisst später nichts mehr.

Minimalismus als Selbstübung

Frage: Wie viel von dem was dich grade in deiner Bude umgibt brauchst du wirklich?
Noch eine Frage: Was davon brauchst du um glücklich zu sein?
Wenn man sich jetzt umsieht stellt man oft fest das man vieles hat, was man tatsächlich nicht braucht. Vieles von dem was heute als toll und gut und nützlich erachtet wird ist Spielkram, meistens Dinge die wir haben weil wir zu faul sind, bestimmte Sachen einfach selbst zu machen. Sieh dich um und beantworte die beiden Fragen ehrlich. Mach dir mal eine Liste. Krass, wa?

Minimalismus und Ausrüstung

Wir haben schon Leute erlebt, die schleppten für ein Wochenende 25 kg Scheiß mit sich rum. Die wollten auf alles mögliche vorbereitet sein, hatten vier mal Wechselklamotten, ein Ersatzpaar Schuhe und unbedingt noch drei Ersatzmesser und einen Axtstiel dabei (nein, keine Übertreibung). Schon das simple Zusammenstellen von Ausrüstungslisten überfordert die meisten Leute. Aber mal ehrlich, braucht man wirklich für jede Situation auch immer alle Ausrüstung? Nö, eigentlich nicht. Nimm den kleinsten Kit den du für draußen nach deinen Skills zusammenstellen kannst und arbeite mal damit. Sieh mal wie weit du kommst. Und dann geh wieder nach Hause und reduzier deinen BOB oder Draußenrucksack mal um das, was nicht gebraucht wurde.

Minimalismus und Skills

Skills, also deine Fähigkeiten, sind wesentlich wichtiger als die Größe und der Preis deiner Ausrüstung.
Alles was du an Skills hast kannst du an Ausrüstung weglassen. Und vieles brauchst du dir dann gar nicht erst leisten. Wenn du körperlich fit bist, brauchst du keine Ultraleicht-Ausrüstung, das Gewicht des Rucksacks wird dich nicht so sehr anstrengen. Wenn du geübt bist im Feuermachen und Lagerbau, dann brauchst du keinen Brandbeschleuniger mehr oder irgendwelche Feuerzeuge (auf die im Ernstfall eh kein Verlass ist).
Härte dich ab, geh in die Sauna usw., dann macht dir auch kaltes Wetter nicht mehr so viel aus. Alles was du selbst lernst hilft dir dabei das Maß an Zeugs, was du mit dir rumschleppst, zu verringern.

Minimalismus und Geld

Gute Ausrüstung kostet nun mal Kohle. Isso. Klar, man käme halt auch billiger hin. Und ja, man könnte ja an anderen Dingen sparen. Aber mal ohne Witz, warum sollte man das tun, wenn man einfach auf ein paar „Can Haves“ verzichtet und seinen Bakshish in gute Grundausrüstung steckt? Würd ich mal gar nicht einsehen.
Nö. Eigne dir Wissen zu, das spart dir Geld an Ecken wo du es dann für wichtige Sachen verwenden kannst. Und die selbst gemachte Alternative ist nicht immer die schlechtere Wahl. Wissen ist Macht, Wissen ist Reichtum. Wer viel weiß, der spart auch klug.

Minimalismus und Bewegung

Wenn du unterwegs bist, dann spare deine Energieen. Mach keine unnötigen Stunts, kletter den Baum nicht auf,
kraxel nicht an der Häuserfront hoch und erst recht wirst du nicht über den Zaun mit dem Natodraht steigen, nur weil du dann dastehst wie Action Jackson. Du brauchst unterwegs, egal wo, deine Kräfte für wichtige Sachen, mach keine Faxen. Steck in jede Arbeit nur so viel Energie rein wie nötig. Hetz nicht, es sei denn die Situation machts erforderlich.

Minimalismus und Pflichten

Unterwegs, vor allem in Gruppen, wird es immer Arbeiten geben die Zusammenspiel und Können erfordern.
Oft ist es dann so, das alles an dem hängen bleibt, der besonders gut in etwas ist. Lass das nicht zu.
Gib dein Wissen weiter, zeig den anderen wie es geht. Denn wenn die das auch lernen, dann brauchst du dir keinen erhöhten Stress machen. Zeig das was nötig ist, mach das was wichtig ist. Dann kannst du deinen Focus auf Notwendigkeiten richten.

Minimalismus und Ernährung

Sei unterwegs pragmatisch, auch was deine Ernährung angeht. Viele Sachen die uns schmecken haben einen sehr miserablen Nährstoffgehalt. Gummibärchen sind halt schon lecker, aber bestehen aus einem collagenen Eiweiß.
Wozu also mitnehmen und wozu überhaupt dann essen? Da kann man auch Nägel kauen. Wenn du (mit deiner Gruppe) in deinem Basiscamp bist, dann gibts halt mal ein Leckerchen als Kleinigkeit des Tages. Aber nimm dann eher was Hochwertiges, das einfach hergestellt oder besorgt werden kann (Trockenfrüchte zum Bleistift).
Iss was du brauchst, lecker kann später immer noch.

Minimalismus und Überleben

Du brauchst zum Überleben eine Unterkunft, Wärme/Licht, Wasser und Nahrung. Hast du einen Ort gefunden an dem du diese vier Sachen zustande kriegst und ist dieser Ort dann auch noch sicher – Willkommen im Paradies.
Bleib dort. Und halt das was du verbrauchst wirklich am unteren Ende der Messlatte. Nimm was du brauchst und belass es dabei. Die Sparsamen halten lange aus. Aber vernachlässige dich deshalb nicht.

Minimalismus und Hygiene

Ein Stück Seife, ein Rasierer (Rasierhobel mit Wechselklingen), eine Zahnbürste. Im Grunde genommen reicht das völlig aus. Die Seife sollte nicht parfümiert sein, da das Parfüm meilenweit zu riechen ist und dich verraten könnte. Wasche dich regelmäßig aber schlampe nicht mit deinem Wasser rum. Nimm auch auf keinen Fall Trinkwasser dafür, Waschwasser braucht nicht abgekocht werden. Die Seife macht eh alles kalt was ärgern könnte. Halte dich damit gut sauber, Sauberkeit ist wichtig. Das selbe gilt für deine Kleidung. Schmutz zieht Keime und Pilze nach sich, was dir irgendwann den Hahn zudrehen könnte.

Minimalismus und Vernachlässigung

Minimalismus erfordert Konzentration, Selbstdisziplin und Bescheidenheit. Minimalismus bedeutet nicht, das man Sachen nicht macht, weil sie einem grade nicht in den Kram passen. Man muss lernen ein Auge dafür zu entwickeln, was notwendig ist und was nicht. Das muss man lernen. Minimalismus bedeutet auch Entbehrung. Eine Sache an die man sich gewöhnen muss. Man lebt mit weniger. Aber dennoch lebt man gut. Und mitunter sogar besser als die, die ihre Energien darauf verschwenden ihren Luxus zu erhalten. Wer in einer Notsituation, unterwegs oder zuhause, in Luxus leben will, der hat noch ganz andere Probleme. Vernachlässige nicht was notwendig ist, damit du auch in harten Zeiten gut leben kannst. Wer verschwendet, der verendet.
Minimalismus

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