Das Kufiya. Oder wie es in unseren Breitengraden eher bekannt ist:
Palituch/Palästinensertuch.
Dieses modische Accessoire ist heutzutage aus keiner Demonstration politischer „Aktivisten“ mehr wegzudenken.
Aber wie ist die eigentliche Verwendung und was kann man eigentlich sonst damit machen?

Ursprung des Kufiya

Seine Wurzeln hat das Kufiya im Bereich des nahen Ostens. Hier ist es ursprünglich die Kopfbedeckung der Landbevölkerung gewesen. Es schützt in praller Sonne gegen Überhitzung und in Sandstürmen Mund, Nase und Augen vor Sandkörnern. Und es hat sich anscheinen bewährt, denn es ist mittlerweile die traditionelle Kopfbedeckung in allen arabischen Staaten (wenn auch mit abweichenden Namen). Die Beliebtheit des Kufiya in den Kreisen des politischen Widerstands stammt aus der Zeit der härtesten Konflikte des Nahen Ostens. Denn als die Staaten da unten sich alle Selbstständig gemacht haben, tauschten sie das türkische Fez gegen das arabische Kufiya bei ihren Anführern ein. Das wurde dann auch nach der Gründung Israels beibehalten. Und et voila, der Name Palästinensertuch war geboren.
Ironischerweise(Zitat Wikipedia):
Heute werden „Palästinensertücher“ überwiegend in China hergestellt. Die traditionellen Hersteller in Palästina sind vom Wettbewerb weitestgehend verdrängt.

Verwendungen

Turban
Das Kufiya wird in seiner ursprünglichen als ein Turban getragen. So bedeckt es den Kopf und schützt vor der prallen Sonne.
Gebunden wird es wie folgt:
Das Tuch wird zu einem Dreieck gefaltet. Nun legt man das Tuch auf seinen Kopf, so dass die gerade Seite nach vorne zeigt und die Spitze auf dem Rücken liegt. Die beiden Zipfel, die auf der Brust aufliegen werden nun gleichseitig nach hinten genommen, gekreuzt und auf der anderen Seite wieder nach vorne geholt. Nun an der Stirn vorbei wieder nach hinten führen und in der Verschränkung einklemmen. Fertig ist der Turban.
Schützend
Während der Turban fesch vor der Sonne schützt, nützt das nichts wenn man in einem Sandsturm sitzt. Schutz der Atemwege ist nun besonders wichtig. Hierzu wird das Kufiya wieder zum Dreieck gefaltet und so über den Kopf gelegt, das man einen kurzen und einen langen Zipfel auf der Brust zu liegen hat.
Der kurze Zipfel wird nun unter dem Kinn auf die andere Seite gebracht. Jetzt wenden wir uns der langen Seite zu und legen es über Mund und Nase hinüber zur anderen Kopfseite. Jetzt nur noch hinter dem Kopf zurück zur anderen Seite bringen und mit dem kurzen Ende verknoten. Den überstehenden Zipfel nur noch in dem
vorhanden Konstrukt festklemmen und schon ist der Atemwegsschutz fertig.
Entgegen landläufiger Demonstrantenmeinung hilft dies allerdings nicht gegen Tränengas.
Armschlinge
Dumme Geschichte:
Ein Kumpel hat sich den Arm gebrochen und du hast nur dein trusty Palituch dabei. Was also tun?
Einfach: Schlinge bauen.
Genauso wie mit einem Dreieckstuch, also wieder erstmal zum Dreieck falten und den Arm in das Dreieck legen. Nun die eine Spitze unter durch die Gegenüber liegende Achsel nach oben und die andere am Hals vorbei auf den Rücken bringen. Die beiden Zipfel verknoten und fertig. Schon ist der Arm bis zur professionellen Hilfe stabilisiert.
Im Ernstfall kann man damit sogar rennen, da der Arm sicher gestützt ist.
Houdini(nicht)
Situation:
Ein böser Bube will sich deiner Wertsachen ermächtigen. Du hast es geschafft den Halbstarken zu überwältigen, weißt aber nicht weiter. Polizei ist gerufen, aber der Typ wehrt sich in Vorfreude über die Nacht bei der Polizei. Einfache Lösung ist es eine improvisierte Fessel zu machen. Erstmal den Angreifer auf dem Bauch liegend festsetzen. Jetzt das(wieder dreieckige) Tuch mit der breitesten Stelle über das Gesicht legen und über dem Rücken verkreuzt nach hinten ziehen. Dann nur noch mit jedem Zipfel ein Handgelenk festbinden und fertig ist das Westpaket für den Strafvollzug.
Ruhig ein bisschen Spannung in das Tuch bringen, denn so wird jede Gegenwehr echt unangenehm und der Typ gibt Ruhe. (Sarkasmus vorhanden, jemanden zu fesseln ist Freiheitsberaubung, ob der Lümmel drauf steht oder nicht)
Kufiya

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